Fördergerüste im Ruhrgebiet | Schachtanlagen | Zeche | Bergwerk | Schachtanlage | Grube | Pütt | Fördergerüst | Schachtgerüst | Steinkohle | Ruhrpott | Zechen | Schacht | Ruhrrevier | Revier | Kohle | Förderturm | Aufbereitung | Grube | Bergbau

Geschichtliche Entwicklung des Bergbaus

2013   Im Ruhrgebiet stehen nur noch zwei Zechen in Förderung.  
2012      21. Dezember: Letzte Förderschicht auf dem Bergwerk West. Zum 31.12. wird das BW West stillgelegt und somit wird das letzte Steinkohlenbergwerk am Niederrhein geschlossen
  30. Juni Im Saarland wird das Bergwerk Saar geschlossen, damit wird auch diese Region nun bergfrei
 
2011     Mai: Auf dem Bergwerk Prosper-Haniel wird die neue 7. Sohle in Betrieb genommen. Diese Sohle erschließt die Abbaufelder „Haniel Ost und West“ sowie „Prosper Nord“ welche die Förderung für weitere fünf Jahre sichern. Die noch durchzuführenden Ausrichtungsleistungen aus dieser, können sogar einen Betrieb über das Jahr 2025 hinaus sichern.
 
2010     Der Fortbestand einer Zeche als Referenzbergwerk (Versuchsbergwerk) wird diskutiert und geprüft, diese ist (über das Auslaufen der Steinkohleförderung im Jahr 2018 hinaus) als Forschungs- und Bildungsstätte für die deutsche Bergbautechnik vorgesehen. Eine nennenswerte Steinkohleförderung wird aber im Forschungsbetrieb sicherlich nicht erfolgen und wäre nach Prüfung durch die EU-Wettbewerbsaufsicht wohl auch kaum zulässig.
   Bergwerk Ost stellt zum 30.09. die Förderung ein
Die EU-Kommision lenkt bei der deutschen Kohlebeihilfe ein und verlängert diese bis zum Jahr 2018. Seitens der EU wurde ein Ausstieg aus der Subventionierung bis 2014 gefordert, dies wurde nun in eine strikte Zurücknahme (bis 2013 um 25%, bis 2016 um 60% und bis 2017 um 75%) der staatlichen Subventionen für die deutsche Steinkohle bis zum Jahr 2018 umgewandelt. Im deutschen Ausstiegsgesetz zur Kohleförderung war 2007 dahingehend eine Minderung um 71,5% der Subventionsausgaben bis zum Jahr 2017 vereinbart worden.
 
2009  
  4 fördernde Bergwerke im Ruhrgebiet:
- BW West in Kamp-Lintfort
- BW Prosper-Haniel in Bottrop
- BW Auguste Victoria in Marl
- BW Ost in Hamm
 
2008  
  6 fördernde Bergwerke im Ruhrgebiet
  23. Februar: Ein Gebirgsschlag auf dem Bergwerk Saar führt zu politischen Diskussionen über den Bergbau. Eine Einstellung der bergbaulichen Aktivitäten wird gefordert.
   Bergwerk Walsum letzte Förderschicht am 26.6.
   Bergwerk Lippe wird zum 31.12. stillgelegt
  Seit 1957 wurden im Ruhrgebiet 94 Schachtanlagen, 58 Kokereien, 21 Brikettfabriken stillgelegt und die Belegschaftsstärke um mehr als 460.000 Mann gekürzt
 
2007  
  Die installierten Grubengasverwertungsanlagen auf stillgelegten Steinkohlestandorten erzeugt jährlich umweltfreundlichen Strom für rd. 1,2 Mio. Stromverbraucher
 
2006  
   zum 01.01. wird das Bergwerk Lohberg/Osterfeld stillgelegt
 
2005  
  Verbindungsstrecke zwischen den Baufeldern Fürst Leopold/Wulfen und Westerholt/Polsum wird durchschlägig
  Grubenbrand auf Prosper-Haniel
 
2004  
  Übertägige Erderschütterungen von 6,18mm/sec ausgelöst durch Abbaueinwirkungen der Schachtanlage BW West in Rheinberg-Alpsray
 
2003  
  Kampagne "Deutsche Steinkohle. 400 Jahre ab heute"
 
2002  
  Schacht Lerche (BW Ost) wird in Betrieb genommen. Das 136 Tonnen schwere Gerüst wurde vom Schacht Romberg übernommen und 2001 am neuen Standort aufgestellt
  Zum 01.01. werden die Bergwerke Friedrich Heinrich/Rheinland und Niederberg zum Verbundbergwerk West zusammengelegt
 
2001  
  Zum 01.07. werden die Bergwerke Auguste Victoria und Blumenthal/Haard zum Verbundbergwerk Auguste Victoria/Blumenthal zusammengelegt
   31.12. Bergwerk Niederberg wird stillgelegt
 
2000  
  Stilllegung der Kokerei Kaiserstuhl III zum 12.12. nach einer Betriebszeit von nur acht Jahren und Investitionskosten von rund 1,2 Mrd DM. Für einen nicht bekannten Kaufpreis wird die gesamte Kokerei an ein chinesisches Unternehmen verkauft. Im Jahr 2003 wird die komplette Anlage von chinesischen Kräften demontiert und nachfolgend nach China verschifft. Diese produziert seit 2006 in China nun wieder dringend benötigten Koks.
   Zum 30.04. wird das Bergwerk Ewald/Hugo stillgelegt
   Zum 30.06. wird das Bergwerk Westfalen stillgelegt
 
 
2000 bis 1950  
1999  
   30.09. Kokerei Hassel wird stillgelegt
 
1998  
  Zum 01.04. werden die Bergwerke Fürst Leopold/Wulfen und Westerholt zum Verbundbergwerk Lippe, sowie die Bergwerke Haus Aden/Monopol und Heinrich Robert zum Verbundbergwerk Ost zusammengelegt
 
1997  
  Drastische Verringerung der staatlichen Zuschüsse mit Festlegung ihres Auslaufens im Jahr 2005.
  Zum 01.04. werden die Bergwerke Hugo/Consolidation und Ewald/Schlägel & Eisen zum Bergwerk Ewald-Hugo zusammengelegt
  Beschluß über den Verbund und die Stilllegung weiterer Bergwerke im Ruhrrevier
 
1996  
  Neuregelung der staatlichen Zuschüsse: Beginn der degressiven Finanzhilfen.
  Das Bergwerk Friedrich Heinrich/Rheinland erreicht im Dezember in einem 1,5 m mächtigen Strebbetrieb mit Hobel eine 5-Tage-Förderung von 60.000 t, davon an einem Tag 16470 t.
  14 Bergwerke, 3 Kokereien, 38 Mio. t, 67.000 Beschäftigte
 
1995  
  Auslaufen des 1980 abgeschlossenen „Jahrhundertvertrages" zum Jahresende.
   Die Brikettfabrik Niederberg wird zum Jahresende stillgelegt.
 
1994  
  Abschluß der Zusammenführung von Ruhrkohle Niederrhein AG und Ruhrkohle Westfalen AG zur Ruhrkohle Bergbau AG.
  Weitere Förderrücknahme von 45,7 auf 40,3 Mio. t/a.
  Das Bergwerk Friedrich Heinrich/Rheinland in Kamp-Lintfort erreicht in einem ca. 3 m mächtigen Strebbetrieb mit Schrämwalze Tagesförderungen von 10.000 t und einmalig 12.000 t
   Die Schachtanlage Monopol wird zum 01.01. sowie zum 01.10. die Schachtanlage Consolidation stillgelegt
 
1993  
   Stilllegung der letzten Essener Kokerei Zollverein zum 30.06.; damit bestehen im Ruhrgebiet noch 3 Kokereien: Hassel, Kaiserstuhl III und Prosper.
   Bergwerk Pattberg wird stillgelegt
   01.10. Bergwerke Consolidation und Nordstern werden abgeworfen
  Zum 01.01. werden die Bergwerke Hugo und Consolidation/Nordstern zum Bergwerk Hugo/Consolidation zusammengelegt
  Zum 01.01. werden die Bergwerke Haus Aden und Monopol zum Bergwerk Haus Aden/Monopol zusammengelegt
  Zum 01.04. werden die Bergwerke Friedrich Heinrich und Rheinland zum Bergwerk Friedrich Heinrich/Rheinland zusammengelegt
  Die Zahl der Bergwerke verringert sich durch Zusammenlegung rechnerisch von 17 auf 14
 
1992  
  Beginn der Zusammenführung der beiden Betriebsführungsgesellschaften der RAG.
  Aufgrund des anhaltenden Absatzrückganges: Beschluß über erhöhte Fördereinschränkung durch vorgezogene Zusammenlegung und Stilllegung weiterer Bergwerke.
  Zum 01.10. werden die Bergwerke General Blumenthal und Haard zum Bergwerk General Blumethal/Haard zusammengelegt.
  Inbetriebnahme der neuerrichteten Großkokerei Kaiserstuhl III in Dortmund.
   Die Kokerei Hansa stellt zum 16.12. den Betrieb ein.
   Das Bergwerk Minister Achenbach wird zum 30.06. stillgelegt.
   Zum 31.08. wird der Förderstandort Osterfeld aufgegeben.
 
1991  
  Übernahme der Gewerkschaft Auguste Victoria (bisher BASF AG) durch die RAG, welche damit einziges Unternehmen im Ruhrkohlenbergbau wird
  Die Beschäftigtenzahl sinkt unter 100.000, die Leistung unter Tage steigt auf 4999 kg/MS
   Die Kokerei Scholven wird zum 25.04. stillgelegt.
   Die Kokerei Kaiserstuhl II wird zum 17.12. stillgelegt
 
1990  
  Konzentration der RAG von 3 auf 2 Betriebsführungsgesellschaften: Ruhrkohle Niederrhein AG und Ruhrkohle Westfalen AG
  19 Bergwerke mit 101.000 Beschäftigten fördern 54 Mio. t/a.
   31.03. Bergwerk Radbod stellt die Förderung ein
   28.03. Der Förderstandort Rheinpreussen wird stillgelegt
 
1989  
  Übernahme der Betriebsführung der Zeche Westfalen in Ahlen (bisher Eschweiler Bergwerks-Verein) durch die RAG.
  Zum 01.01. werden die Bergwerke Ewald und Schägel & Eisen zum Verbundbergwerk Ewald/Schägel & Eisen zusammengelegt
  Zum 01.07. erfolgt der Verbund der Bergwerke Lohberg und Osterfeld zu Lohberg/Osterfeld
   31.03. Kokerei Westfalen wird stillgelegt
   30.09. Kokerei Gneisenau wird stillgelegt
 
1988  
   31.03. wird die Kokerei Osterfeld stillgelegt
  01.08. Zusammenlegung der Bergwerke Consolidation und Nordstern/Zollverein zu Consolidation/Nordstern
 
1987  
  Dramatische Verschlechterung des Kohlenabsatzes: 21 Kurzarbeitstage bei der RAG.
  Beschluß zur weiteren Fördereinschränkung in Höhe von 10 Mio. Jahrestonnen bis 1992
  Schacht Voerde geht Inbetrieb
   Prosper II wird abgeworfen
   31.03. Bergwerk Minister Stein stellt die Förderung als letztes Dortmunder Bergwerk ein
   31.03. Kokerei Heinrich Robert wird stillgelegt
   30.09. Kokerei Minister Stein wird stillgelegt
 
1986  
   23.12. Stilllegung der Zeche Zollverein als letztes Bergwerk in Essen.
  Inbetriebnahme des ersten Förderbergs nach Übertage im Ruhrgebiet auf der Schachtanlage Prosper-Haniel.
  Erster Spatenstich für die Schächte Rheinberg und Radbod VI
 
1985  
  Auslaufen der Zuschüsse für den Neubau und die Umrüstung von Kohlekraftwerken.
  Großfeuerungs-Anlagenverordnung setzt neue Maßstäbe für den umweltverträglichen Einsatz von Steinkohle in Kraftwerken und Industriefeuerungsanlagen .
  24 Bergwerke mit 126.000 Beschäftigten fördern 64 Mio. t/a; Leistung unter Tage: 4354 kg/MS
   02.08. Die Schachtanlage Gneisenau wird stillgelegt
  01.08. Zusammenlegung der Bergwerke Haus Aden und Gneisenau zu Haus Aden
 
1984  
  Schwerpunkte der Investitionen für den Umweltschutz: Verminderung von Staub und Lärmemissionen (60 %) und Reduzierung gas-, dampf- und staubförmiger Emissionen (33 %)
   31.03. Kokerei Ewald Fortsetzung wird stillgelegt
   30.04. Kokerei Erin wird stillgelegt
   30.06. Kokerei Jacobi stellt den Betrieb ein
 
1983  
  Erneuter Rückgang des Steinkohlenabsatzes.
Verstärkter Einsatz von Rauchgas-Entschwefelungsanlagen in Steinkohlenkraftwerken.
   31.03. Kokerei Consolidation wird stillgelegt
   30.11. Kokerei Emscher-Lippe wird stillgelegt
   23.12. Bergwerk Erin wird stillgelegt
 
1982  
 Krisenhafte Situation der Stahlindustrie mit Auswirkungen auf den Steinkohlenbergbau
 
1981  
  Rückgang des Energieverbrauchs
   15.05. Stilllegung Schachtanlage Königsborn 3/4
 
1980  
  Der „Jahrhundertvertrag" trifft Vereinbarungen zur Sicherung des Steinkohlenabsatzes an die öffentliche und industrielle Kraftwirtschaft (Kohlepfennig) bis 1995 Verabschiedung des Bundesberggesetzes (Inkrafttreten am 1.1.1982). Dieser soll bis zur Jahrtausenwende die Arbeitsplätze von 100.000 Kumpeln sichern.
  29 Bergwerke mit 141.000 Beschäftigten fördern 69 Mio. t/a.
  Seit 1957 stellten 133 Schachtanlagen den Betrieb ein
   Hydrogrube Hansa wird zum 30.11. stillgelegt
 
1979  
  17. Januar: Im Ruhrgebiet und am Niederrhein wird Smogalarm ausgerufen.
  16. Mai: Erste untertägige Fernseh-Live-Übertragung aus dem Bergwerk Walsum.
  Aus dem Siedlungsverband Ruhrkohlenbezirk entsteht der Kommunalverband Ruhrgebiet
   30.06. Schachtanlage Waltrop wird stillgelegt
   07.12. Prosper III wird stillgelegt
 
1978  
   31.03. Schachtanlage Friedrich der Große wird stillgelegt
  19.04. Kokerei König Ludwig wird stillgelegt
  10.06. Kokerei Friedrich Heinrich wird stillgelegt
  12.06. Kokerei Grimberg 1/2 wird stillgelegt
   30.06. Bergwerk Ewald-Fortsetzung wird stillgelegt
 
1977  
  Zusammenlegung der sechs RAG-Betriebsführungs-gesellschaften zur Bergbau AG Niederrhein, Bergbau AG Lippe und Bergbau AG Westfalen.
  Rahmenvereinbarung zwischen Steinkohlenbergbau und Elektrizitätswirtschaft.
  Inbetriebnahme einer Kohlevergasungs-Demonstrationsanlage der RAG/Ruhrchemie AG in Oberhausen.
  Tiefster Abbaubetrieb im Ruhrrevier auf dem Bergwerk Monopol (Bergkamen) in 1415 m Teufe.
  RAG gibt die Stilllegung von fünf Kokereien bekannt.
  In Südkorea beginnt die Anwerbung von 800 Mitarbeitern
   04.01. Kokerei Radbod wird stillgelegt
   31.01. Kokerei Hugo wird stillgelegt
   15.11. Kokerei Königsborn wird stillgelegt
   15.11. Kokerei Friedrich Thyssen 4/8 wird stillgelegt
   29.11. Die Hydrogrube Hansa nimmt den Betrieb auf
 
1976  
   Stilllegung der letzten Kleinzeche Egbert im Ruhrgebiet in Witten-Herbede
   30.06. Schachtanlage Pluto wird stillgelegt
   30.06. Schachtanlage Sachsen wird stillgelgt
   15.12. Schachtanlage Friedrich Thyssen II/V wird stillgelegt
 
1975  
  Erfassung der Investitionsaufwendungen für den Umweltschutz.
  Anstieg der Ausbildungsplätze auf 15.000.
  Das zum Deutschen-Bergbaumuseum in Bochum umgesetzte Fördergerüst der Schachtanlage Germania wird eröffnet
   31.03. Brikettfabrik Carl Funke wird stillgelegt
   30.09. Kokerei Graf Schwerin wird stillgelegt
   15.12. Kokerei Emscher/Lippe 3/4 wird stillgelegt
 
1974  
  Drittes Verstromungsgesetz zur Sicherung des Einsatzes der Steinkohle in der Elektrizitätswirtschaft.
  Erste Fortschreibung des Energieprogramms der Bundesregierung.
  Schwerpunkte der Forschungsaktivitäten in den Bereichen der Bergtechnik und der Kohleveredlung (Erzeugung von Kohlegas und Kohleöl)
   15.01. Schachtanlage Holland wird stillgelegt
   31.03. Verbundbergwerk Jacobi/Haniel wird stillgelegt
  25.04. Kokerei Friedrich der Große wird stillgelegt
   30.09. Schachtanlage Recklinghausen wird stillgelegt
   30.09. Grimberg 3/4 stellt die Förderung ein
   31.12. Schachtanlage Werne wird stillgelegt
 
1973  
  Rückgang der Förderung auf 80 Mio. t/a.
  Energiekrise („Sonntagsfahrverbot").
  Konzentration des Absatzes auf Stahlindustrie und Elektrizitätswirtschaft.
   Anwerbestopp von ausländischen Arbeitskräften
   01.03. Gesamtstilllegung des Bergwerks Bochum
   31.03. Zeche Mevissen wird stillgelegt
   30.09. Victor-Ickern wird stillgelegt
   15.12. Emil/Fritz wird stillgelegt
 
1972  
  Auflösung der RAG-Betriebsführungsgesellschaft Bergbau AG Essen. Erneuter Anstieg der Haldenbestände (7,7 Mio. t)
   25.02. Letzter Fördertag für die Zeche Emscher-Lippe
   30.03. Letzter Fördertag für die Zeche Katharina
   31.03. Zeche Herbede wird stillgelegt
   15.08. Die Zeche Brassert stellt die Förderung ein
   15.12. Die Zeche Alstaden stellt die Förderung ein
   15.12. Schachtanlage Mathias Stinnes wird stillgelegt
   30.12. Gesamtstilllegung von Carl Funke/Pörtingsiepen
   30.03. Kokerei Pattberg wird stillgelegt
 
1971  
  Einsatz der ersten Streckenvollschnittmaschine auf dem Bergwerk Minister Stein in Dortmund-Eving
  Der durchschnittliche Mechanisierungsgrad der RAG liegt bei 86,4%
  Die Ruhrkohle ist mit rund 7750 Ausbildungsplätzen der größte Ausbilder in NRW
   14.05. Vorgezogener (geplant war 30.06.) letzter Fördertag der Zeche Germania. Die WD Germania wird nach der Verlegung der Belegschaft zum 31.12. aufgelöst. Germania ist die erste Zeche, die unter Federführung der RAG trotz anstehender Eß- und Magerkohlen (die sich aber nicht zur Verkokung eignen!) sowie wegen ungünstigen Lagerungsverhältnissen schließen muss.
   30.09. Graf Moltke stellt die Förderung ein
 
1970  
  Fortschreitende Konzentration zu Großschachtanlagen.
  Erster Schildstreb -Schildausbaueinsatz- im Ruhrrevier auf dem Bergwerk Victor-Ickern in Castrop-Rauxel.
  56 Bergwerke mit 199.000 Beschäftigten fördern 91 Mio. t Steinkohle bei einer Leistung von rd. 4 t/MS
  Die Zentrale Wasserhaltung fördert 48 Mio. m³/a
  Einführung eines einheitlichen Arbeitsanzuges welcher durch die Ruhrkohle gestellt und gereinigt wird
  03.06. Das Bergwerk Friedrich Heinrich in Kamp-Lintfort fördert die 100.000.000 t Kohle zutage (dies entspricht einem Güterzug von 4 Mio. Wagen mit einer Länge von 42.000 km)
 
1969     01.12. Übernahme der Bergbaubetriebe und der Belegschaften durch die RAG und Bildung von 7 Betriebsführungsgesellschaften: 52 Bergwerke, 29 Kokereien und 5 Brikettfabriken.
Außerhalb der RAG bleiben der Eschweiler Bergwerksverein mit seinen Bergwerken Erin, Herbede und Westfalen sowie die Gewerkschaft Auguste Victoria; ferner sind 3 Kleinzechen in Betrieb

Bergbau AG Niederrhein (Gruppe 1)
Nr. Bergwerk
Kohle in Mio. t
Koks in Mio. t
Briketts in Mio. t
1 Rheinpreussen
1,76
-
-
2 Pattberg
2,04
-
-
3 Friedrich Heinrich
2,55
1,07
-
4 Rossenray
1,10
0,78
-
5 Walsum
2,60
-
-
6 Niederrhein
2,74
-
0,31
7 Mevissen
0,91
-
0,25
   
13,70
1,86
0,56
 
Bergbau AG Oberhausen (Gruppe 2)
8 Lohberg
2,55
-
-
9 Fried. Thyssen 2/5
1,63
-
-
10 Osterfeld
1,74
0,90
-
11 Jacobi/Haniel
2,42
1,20
-
12 Prosper II
1,72
-
-
13 Prosper III/IV
1,35
1,98
-
14 Alstaden
0,36
-
0,22
K Fried. Thyssen 4/8
-
-
-
   
11,77
5,37
0,22
 
Bergbau AG Gelsenkirchen (Gruppe 3)
15 Graf Moltke
0,98
-
-
16 Hugo
1,85
0,64
-
17 Nordstern
1,34
-
-
18 Emil-Fritz
2,53
0,91
-
19 Mathias Stinnes
1,74
-
-
20 Zollverein
1,86
1,85
-
21 Holland
1,69
-
-
K Graf Bismark
-
0,38
-
   
11,99
3,78
-
 
Bergbau AG Herne/Recklinghausen (Gruppe 4)
22 Fürst Leopold
1,11
-
-
23 Brassert
0,60
-
-
24 Wulfen
0,32
-
-
25 Westerholt
3,01
-
-
26 Schlägel & Eisen
1,55
-
-
27 General Blumenthal
2,39
-
-
28 Ewald-Fortsetzung
1,13
0,61
-
K Scholven
-
0,86
-
K Hassel
-
1,48
-
   
10,11
2,95
-
 
Bergbau AG Essen (Gruppe 5)
29 Ewald
1,94
-
-
30 Recklinghausen
1,41
-
-
31 Friedrich der Große
1,61
0,38
-
32 Pluto
0,99
-
-
33 Bergwerk Bochum
2,76
0,57
-
34 Consolidation
1,94
0,27
-
35 Katharina
0,79
-
0,49
36 Carl Funke/Pörtings
1,09
-
0,79
K König Ludwig
-
0,75
-
   
12,53
1,97
1,28
 
Bergbau AG Dortmund (Gruppe 6)
37 Gneisenau
3,51
1,30
-
38 Minister Stein
2,05
0,89
-
39 Hansa
1,32
1,64
-
40 Germania
1,45
-
-
41 Waltrop
0,79
-
-
42 Emscher-Lippe
1,26
0,78
-
43 Victor-Ickern
1,94
0,92
-
44 Minister Achenbach
1,26
0,49
-
K Kaiserstuhl
-
0,78
-
   
13,58
6,80
-
 
Bergbau AG Westfalen (Gruppe 7)
45 Sachsen
1,14
0,53
-
46 Radbod
1,21
0,46
-
47 Heinrich Robert
1,52
0,61
-
48 Werne
0,92
-
-
49 Königsborn
1,66
0,67
-
50 Monopol
2,20
0,77
-
51 Haus Aden
1,70
-
-
52 Grimberg 3/4
1,10
-
-
   
11,45
3,04
-
         
  Gesamt
85,13
25,77
2,06
  Total = 112,96 Mio.t
Mitarbeiter (RAG)= 182650

Seit 1962 sind Förderkapazitäten von rd. 37 Mio. t/a unter Einsatz von rd. 655 Mio. DM als Stilllegungsprämie abgebaut worden
 
1968  
  15. März: Gesetz zur Anpassung und Gesundung des deutschen Steinkohlenbergbaus („Kohlegesetz").
  27. November: Gründung der Ruhrkohle AG (RAG) als Einheitsgesellschaft: Beitritt von 19 Bergwerksunternehmen (Altgesellschaften), 1969 kommen weitere 6 hinzu.
  58 Bergwerke mit einer Belegschaft von 216.113 Mann
   22.03.: Concordia 2/3 und 4/5 geben die Förderung auf
   31.03.: Heinrich, Robert Müser und Diergardt werden stillgelegt
   31.07.: Westende wird aufgegeben
   17.08.: Minister Achenbach 3/4 schließt
   30.04.: Alte Haase wird stillgelegt
 
1967  
  Gründung der Aktionsgemeinschaft deutsche Steinkohlenreviere
   28.02.: Bonifacius und Neuwülfingsburg werden stillgelegt
   31.02.: Constantin der Große und Möller/Rheinbaben stellen die Förderung ein
   28.04.: Lothringen wird geschlossen
   30.06.: Adolf von Hansemann wird stillgelegt
   30.09.: Consolidation 1/6 wird stillgelegt
   31.10.: Shamrock wird aufgegeben
 
1966  
  "Tobias", das letzte Grubenpferd im Ruhrbergbau kommt auf dem Bergwerk General Blumenthal in Recklinghausen nach über Tage und erhält sein Gnadenbrot.
  Erstmaliger Einsatz des Augermining (Kohlengewinnung durch horizontales Großlochbohren, ca. 60 % Abbauverluste) auf dem Bergwerk Walsum in Duisburg-Walsum
  In diesem Jahr fördern noch 95 Schachtanlagen insgesamt 126 Mio. Tonnen Steinkohle
  12. März: Rainer Barzel (damals Vorsitzender der CDU/CSU Bundestagsfaktion) äußerte sich wegen der anhaltenden Bergarbeiterproteste gegenüber der FAZ: "Wenn es an der Ruhr brennt, gibt es im Rhein nicht genug Wasser das Feuer zu löschen"
   25.03.: Dahlbusch stellt die Förderung ein
   28.03.: Langenbrahm wird stillgelegt
   20.05.: Rudolph schließt
   30.06.: Kaiserstuhl, Königsborn 2/5 und Alte Haase 1/2 werden geschlossen
   16.07.: Friedrich Joachim muss die Förderung einstellen
   29.07.: Rosenblumendelle/Wiesche wird stillgelegt
   31.07.: Auguste Victoria 1/2 und 4/5 stellen die Förderung ein
   15.09.: Zeche Ulrich wird geschlossen
   30.09.: Amalie, Graf Bismark 1/2 und 7 werden geschlossen
 
1965  
  Zunehmender Einsatz des vollmechanischen Strebausbaus.
  Die Haldenbestand an Kohle und Koks steigt auf 15 Mio. t
  3. April: Kanzler Erhard besucht das Ruhrgebiet und gibt folgende Worte von sich: "Dieses Land gibt uns die volle Gewißheit, daß wir zuversichtlich in die Zukunft schauen können. Es gibt kein Problem, daß wir nicht lösen können. Der Übergang zu anderen Erwerbszweigen muß aber so organisch und harmonisch wie möglich geschehen."
  In diesem Jahr fördern 90 Schachtanlagen mit einer Belegschaft von 316.114 Mann
   26.03.: Aurora wird geschlossen
   16.06.: König Ludwig wird aufgegeben
   31.07.: Helene wird stillgelegt
   01.09.: Dahlhauser Tiefbau wird geschlossen
   30.11.: Victoria Mathias stellt die Förderung ein
 
1964  
  Der Anfang des Jahres brachte infolge gebesserter Lage der Eisen- und Stahlindustrie einen besseren Absatz von Koks.
  Die Abmagerung im Absatz des westdeutschen Steinkohlenbergbaus aber setzte sich auch 1964 fort.
  Ablauf der Anmeldefrist für stillzulegende Betriebe an den Rationalisierungsverband des Steinkohlenbergbaus.
  Der Rationalisierungsverband hat 31 Großschachtanlagen und 20 Kleinzechen zur Stilllegung angemeldet
   29.02.: Victoria wird stillgelegt
   31.05.: Carolinenglück gibt die Förderung auf
 
1963  
  Das Jahr brachte für die Absatzlage des westdeutschen Steinkohlenbergbaus infolge des ungewöhnlich strengen Winters 1962/1963 einen Mehrbedarf beim Hausbrand, während der Kohlenbedarf für die Kokserzeugung der eisenschaffenden Industrie zurückging.
  Der scharfe Wettbewerb mit dem Heizöl hielt auch 1963 an. Der Anteil der Steinkohle an der Deckung des Energiebedarfs in der Bundesrepublik ging gegenüber 1962 von 52,7 % 1963 auf 49,9 % zurück, während der Anteil des Mineralöls von 29,4 % auf 32,6 % anstieg.
  Am 1. September trat das Gesetz zur Förderung der Rationalisierung im Steinkohlenbergbau in Kraft. Im Laufe des Jahres wurden die Preise für Steinkohlen, Briketts und Koks angehoben.
  Seit 1958 sind 33 Schachtanlagen stillgelegt worden
   23.02.: Zeche Scholven wird stillgelegt
   01.03.: Beeckerwerth gibt die Förderung auf
   31.03.: Centrum/Morgensonne und Mansfeld werden aufgegeben
   18.04.: Förderbetrieb auf Gottessegen wird eingestellt
   13.12.: Friedrich Ernestine wird stillgelegt
   31.12.: Dorstfeld, Neu-Mecklingsbank und Zollstrasse werden stillgelegt
 
1962  
 Die Heizölsteuer wird nach der gesetzlichen Regelung bis zum 30. 4. 1967 nach den bisherigen und in den beiden folgenden Jahren zu halben Sätzen erhoben. Die derzeitige Regelung für die zollfreie Kohleneinfuhr von jährlich 6 Mio. Tonnen ist bis zum 31. 12. 1964 verlängert worden. Nach dem Gesetz der Bundesregierung zur Förderung der Rationalisierung im Steinkohlenbergbau werden Stilllegungsprämien in Höhe von 27 DM je stillgelegte Tonne Jahresförderung gezahlt, die je zur Hälfte vom Bund und von den Bergwerksgesellschaften getragen werden müssen.   Die Neuordnung des Ruhrkohlenverkaufs hat vom 1. 4. 1963 an zur Bildung von zwei unabhängigen Verkaufsgesellschaften geführt.
  9. März: Schlagwetter fordert 31 Todesopfer auf der Zeche Sachsen
  In diesem Jahre fördern 140 Schachtanlagen
   23.03.: Zeche Wohlverwahrt schließt
   30.03.: Bruchstraße gibt die Förderung auf
   30.09.: Bergwerk Oespel wird stillgelegt
   30.11.: Neu-Plessbach stellt die Förderung ein
   08.12.: Zeche Neumühl wird stillgelegt
 
1961  
  Entwicklung des Doppelwalzen-Schrämladers
   01.04.: Zeche Friedlicher Nachbar wird geschlossen
   16.06.: Alter Hellweg stellt die Förderung ein
   01.08.: Klosterbusch wird stillgelegt
   01.10.: Zeche Engelsburg schließt
 
1960  
  Zunehmender Einsatz von Hydraulikstempeln
   01.01.: Christian Levin wird stillgelegt
   29.02.: Prinz Regent/Dannenbaum stellt die Förderung ein
   28.06.: Zeche Wilhelmine Victoria wird geschlossen
   02.07.: Bergwerk Neuruhrort schließt
   31.08.: Blankenburg wird stillgelegt
 
1959  
  16. Februar: Wegen günstiger amerikanischer Importkohle gibt es die Einführung des Kohleneinfuhrzolls, der zunächst bis 31. 12. 1962 befristet ist.
  3. Februar: Zusammenschluß der deutschen Kohlereviere zur "Notgemeinschaft Steinkohlenbergbau GmbH".
  1. Mai: Erlaß eines Gesetzes zur Besteuerung des schweren und leichten Heizöls.
  Einführung der 5-Tage-Woche bei gleichzeitiger Schichtverlängerung auf 8 Stunden.
  Ersteinsatz Einschienenhängebahn.
  26. September: 60.000 Bergarbeiter demonstrieren beim "Marsch auf Bonn" gegen die Energiepolitik der Bundesregierung
  Schacht Carl Funke IV geht in Betrieb, dieser ist der höchstgelegene Schacht im Ruhrgebiet mit 165,3 Meter üNN (Plattform Fördergerüst 201m üNN) er übernimmt aber keine Förderung
   30.06.: Friedrich-Thyssen 4/8 wird stillgelegt
   24.11.: Zeche Jungmann wird geschlossen
   31.01.: Bergwerk Liselotte wird stillgelegt
 
1958  
  Verschärfte Absatzkrise für Steinkohle bei gleichzeitigem 50%-igem Anstieg des Heizölverbrauchs.
  22. Februar: 16.000 Bergleute in Essen, Bochum, Mülheim und Unna verfahren die ersten Feierschichten.
  Insgesamt 2,8 Millionen Feierschichten haben einen Förderungsausfall von 3,8 Millionen Tonnen Steinkohle zur Folge.
  Die „Notgemeinschaft Deutscher Kohlenbergbau" wird gegründet, um die Lasten für die Ablösung von Kohlen-Import-Kontrakten aufzubringen.
  Befristeter Kohlenzoll-Kartellvertrag für den Vertrieb von Heizöl.
  Kohleforschungsanstalt in Essen nimmt die Arbeit auf
  Tödliche Unfälle je 10.000 Mann Belegschaft = 4% (40 Todesopfer)
  23 Schächte befinden sich in Abteufung und es liegen Pläne für weitere 7 abzuteufende Schächte vor
  Das Bergwerk Friedrich-Heinrich erreicht als erste Anlage im Ruhrgebiet die Vollmechanisierung (100%) im Abbaubetrieb
   30.09.: Zeche Lieselotte stellt die Förderung ein
 
1957  
  Seit 1953 sind 50 neue Schächte abgeteuft worden
  1. Oktober: Anhebung der Kohlepreise
  138 fördernde Schachtanlagen im Ruhrgebiet mit 494. 181 Bergleuten und einer Förderung von 123.209.311 t
  130 Kleinzechen fördern etwas über 1 Mio. t/a
 
1956  
  15. Februar: Im Bundesgebiet wird die Bergmannsprämie eingeführt, eine staatliche Zuwendung aus Steuermitteln für die Bergleute, aber die Hohe Behörde der Montan-Union hält sie für unvereinbar mit den Bestimmungen des Vertrages über die Montan-Union. Es kommt aber zu einem Einvernehmen in der Weise, daß als Ausgleich der Bergbau ab 1. 4. 1958 die bisher vom Bund erstatteten Sozialversicherungsbeiträge wieder übernehmen muß.
   Anhebung der Kohlen-, Koks- und Brikettpreise
  In diesem Jahr fördern 175 Schachtanlagen insgesamt 124,62 Mio. t es werden 39,78 Mio. t Koks erzeugt
 
1955  
  Erste vollautomatische Fördermaschine auf Pattberg in Betrieb.
  Ersteinsatz der Dahlbuschbombe auf der Zeche Dahlbusch zur Rettung dreier verschütteter Bergleute.
  3. August: Schlagwetter auf Dahlbusch fordert 42 Tote
  26. Juni: Auf Nordstern kommen 14 Kumpel durch ein Schlagwetter um
  Durchschnittliche Fördertiefe im Ruhrbergbau = 700 m
  40% der Streben stehen komplett in Holzausbau
3.110.729 fm/a Nadel- und Laubgrubenholz werden im bundesrepublikanischen Steinkohlebergbau verbraucht
 
1954  
  Ersteinsatz Continous-Miner
  Wetterschacht Barbara ist mit -1215 m Teufe der tiefste Schacht im Ruhrgebiet
  Ersteinsatz eines hydraulisch schreitfähigen Rahmenausbaus (40 Rahmen) im Versuchsstreb des steilgelagerten Flözes Mausegatt auf der Schachtanlage Ickern führt zu einem befriedigenden Ergebnis
  30. März: Ernst Tengelmann verstirbt
  Untertageleistung (Ruhr) 1,523 t/Mannschicht
2/3 der Förderung kommt aus flacher Lagerung (<35°)
  132 Schachtanlagen sind in Betrieb
Alter der Schachtanlagen:
>100 Jahre = 23
75 - 100 Jahre = 54
50 - 75 Jahre = 19
25 - 50 Jahre = 26
< 25 Jahre = 10
 
1953  
  10. Februar: Eröffnung des gemeinsamen Marktes für Kohle von der Montan Union verkündet.
  1. Februar: Trotz Verkaufspreiserhöhung arbeiten 50% der Bergwerksgesellschaften mit Verlust
  Gustav Schmäke (Düsseldorf) gießt die von Otto Bussmann und Maria Schlüter entworfenen Bronzetüren des Bergbau-Museums in Bochum.
  Einführung der 7,5 h Schicht für Bergarbeiter untertage
  61 Strebbetriebe sind mit schälenden Gewinnungsgeräten (Kohlehobel) ausgestattet
  Tiefster Schacht im Ruhrgebiet ist mit -1180 m Schacht Sachsen I in Hamm
  Mathias Stinnes V (mit 73 m die höchste Turmförderanlage weltweit) nimmt mit einer Antriebsleistung von 10.000 KW die Förderung auf.
  In diesem Jahr wurden 399.000 Stempel und 258.000 Kappen aus Stahl an den Ruhrbergbau ausgeliefert
  Einführung des Anbauhobels
 
1952  
  Gründung des Unternehmensverbandes Ruhrbergbau.
  Ratifizierung des Gesetzes zur Eingliederung der BRD in die Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS).
  Im deutschen Steinkohlebergbau sind 473.600 Bergleute tätig, welche 123,3 Mio. t Steinkohlefördern. Dabei entfallen auf die Ruhr: 114,4 Mio. t (34,4 Mio. t Koks), Aachen: 6,4 Mio. t, Niedersachsen: 2,4 Mio. t. Im Ruhrgebiet arbeiten 421.224 Arbeiter auf Großanlagen und 6.366 Arbeiter auf Kleinzechen
  Der Bergegehalt der Rohförderkohle steigt durch die mechanische Gewinnung stetig an (1928=10,6%, 1952=22%)
  Seit 1948 bis Mitte 1952 wurden 122 Strafverfahren wegen unbefugter Kohlengewinnung (wilder Abbau) durchgeführt. Es kann bei 245 Personen zu einer Verurteilung, die aber im Verhältniss zum erwirtschafteten Gewinn mit 20-100 Mark gering waren. Der Großteil der Strafanzeigen wurde aber wegen Verjährung nicht mehr verfolgt.
  Die Anzahl der betriebenen Kleinzechen steigt auf 335 Betriebe mit weniger als 100 Mann Belegschaft oder weniger als 100 t Tagesförderung
 
1951  
  10. August: Die Europäische Montan Union (Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl) tritt als erste europäische Behörde mit Souveränitätsrechten auf ihrem Arbeitsgebiet gemäß dem sogenannten Schumann-Plan vom 9. 5. 1950 in Kraft. Sie ersetzt die Internationale Ruhrbehörde.
  Letzte Demontageaktion an Industrieanlagen.
  21. Mai: Verabschiedung des Gesetzes zur Montanmitbestimmung.
  Andauernde Energieknappkeit führt zur Einführung einer Investitionsbeihilfe für den Bergbau.
  31. Januar: Schlagwetter auf Heinrich Robert fordert 17 Tote.
  Ersteinsatz einer mobilen Vorort-Kühlmaschine zur Streckenkühlung auf der Zeche Neumühl mit einer Kälteleistung von 30.000 kcal/h
  Koreakrise begünstigt die Absatzsituation
  Einführung des CO-Filter Selbstretters auf Hannover und Hannibal
 
1950  
  Verstärkte Anwerbung von Neubergleuten, da die Kohleknappheit weiter andauert.
  20. Mai: Schlagwetter-/Kohlenstaubexplosion im Westfeld der Schachtanlage Dahlbusch fordert 78 Tote.
  Ersteinsatz des Chlorkalziumpastenverfahrens auf der Zeche König Ludwig.
  Ersteinsatz eines Kurvenbandes (Stahlgliederband)
  Versuche zum Einsatz von hydraulischen Leichtmetall-Einzelstempeln werden auf der Zeche Ickern in flacher Lagerung durchgeführt, diese werden aber wegen ungenügender Dichtigkeiten, Schwierigkeiten mit den Ventilen und der hohen Kosten wegen eingestellt
  145 Bergwerke fördern 103.328.633 t mit 433.359 Mitarbeitern
 
 
1950 bis 1900  
1949  
  Entwicklung und Einsatz eines Schnellhobels (Löbbe-Hobel)
 
1948  
  20. Juni: Währungsreform: An Stelle der Reichsmark (RM) wird die Deutsche Mark (DM) Währungseinheit.
  Die Währungsreform führt im Bergbau zu einer Abwanderung von Belegschaftsmitgliedern in frühere Berufe.
  Der Marshall-Plan tritt inkraft.
  28. Dezember: Das Ruhrstatut wird unterzeichnet. Dies ist ein Kontrollmaßnahme zur Kohleförderung und Stahlproduktion.
  Erste dauerhafte Verwertungseinrichtung für Grubengas wird in Betrieb genommen
 
1947  
  Ein extrem kalter Winter und die schlechte Versorgungslage führen zu einem Ausstand von 300.000 Bergarbeitern.
  Deutsche Kohlenbergbau Leitung (DKBL) wird gegründet.
  Erste Vierseilförderung der Welt auf Hannover Schacht II
 
1946  
  Da die Kohlenpreise nicht mehr den Aufwand decken, erhält der Bergbau auf Veranlassung der Besatzungsbehörden zur Vermeidung von Zahlungsschwierigkeiten eine Finanzbeihilfe (1951 wird diese als verlorene Zuschüsse gestrichen).
  20. Februar: Schlagwetterexpolsion tötet 405 Bergleute auf Grimberg III/IV.
  8/9. Dezember: Industrieverband Bergbau wird gegründet.
  Erster Panzerförderer wird auf der Zeche Bergmannsglück in Betrieb genommen
  Im harten Winter 1946/47 werden von Belegschaftsmitgliedern der Zeche König Ludwig IV/V (unbemerkt von den Besatzungsmächten) Kohlen für die Hamburger Theater bereitgestellt, da diese sonst den Spielbetrieb einstellen müßten. Im folgenden Sommer revanchierten sich die Bühnen mit Theatervorstellungen in Recklinghausen - Die Ruhrfestspiele waren geboren
  23.08. Das Bundesland NRW entsteht aus der ehemaligen Rheinprovinz und der Provinz Westfalen
 
1945  
  27. März: Beginn des Kampfes um den sog "Ruhrkessel" (Umfassung des Ruhrgebiets durch 9. und 1. US-Armee).
  Bei einem Luftangriff sterben 92 Betriebsangehörige der Zeche Sachsen.
  Auf der Zeche Diergardt werden nach der Zerstörung aller Rheinbrücken Truppenteile untertägig von der linken auf die rechte Rheinseite verlegt.
  Ein Großteil des Wohnraumes ist zerstört oder beschädigt (Vorkriegsbestand von Wohnungen für Bergbau Beschäftigete: 329.827 Einheiten davon sind 229.358 beschädigt).
  Der "Nero-Befehl" zur Selbstzerstörung der Industrie wird kaum ausgeführt.
  8. Mai: Ende des zweiten Weltkriegs in Europa.
  Das Rheinisch-Westfälische Kohlen-Syndikat (RWKS) wird durch die Besatzungsmächte aufgelöst
  21. Dezember: Die Alliierte Militär-Regierung unterstellt auf Grund des Gesetzes Nr. 52 und der allgemeinen Anordnung Nr. 5 den gesamten Kohlenbergbau
  Die Kohleförderung fällt auf 25% der Vorkriegsförderung.
  135 Bergwerke fördern 33.386.074 t mit 276.192 Mitarbeitern
 
1944  
  28. Februar: Heinrich Flottmann stirbt in Erlangen.
  Das gesamte Ruhrgebiet ist durch Luftangriffe stark zerstört.
  3. April: Schlagwetter auf der Zeche Sachsen fordert 169 Tote.
  Bombentreffer in der Waschkaue fordert auf der Zeche Friedrich der Große über 100 Todesopfer.
  11. September: Schlagwetter auf Grillo III/IV fordert 107 Tote.
  16. März: Schlagwetter auf Hansa fordert 95 Tote.
  Ersteinsatz eines Kettenförderers (Panzerförderer) auf Rheinpreussen.
  Einführung des Salzverfahrens auf der Zeche Beeckerwerth
 
1943  
  16. Januar: Grubenbrand fordert auf der Zeche Kaiserstuhl I 42 Tote.
  Frauen werden auf den Zechen übertage eingesetzt.
  17. Mai: Zerstörung der Möhnetalsperre fordert über 1000 Menschenleben.
  Im Ruhrbergbau arbeiten ca. 80.000 Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene.
  23. August: Schlagwetter und Kohlenstaubexplosion im Ostfeld der Schachtanlage Dahlbusch fordert 34 Tote
  Erste Testversuchsanlage zur energetischen Nutzung von Grubengas wird in Betrieb genommen
 
1942  
  Erster Streb mit stempelfreier Front auf Hansa in Dortmund.
  24. März: Patentantrag auf einen Kohlehobel (System Ibbenbüren)
  Juli Gründung des "Ausschuß für die schälende Kohlengewinnung" (Hobelausschuß) auf Anregung von Dr. Kost
  Erster Einsatz eines Kohlehobels in Hobelstreben auf Hannover-Hannibal in Bochum
 
1941  
  24. April: Schlagwetter auf der Zeche Bruchstrasse fordert 36 Tote.
  21. April: Kohlenbergbau und Kohlenhandel werden zur "Reichvereinigung Kohle" zusammengeschlossen.
  15.000 Bergleute aus Oberschlesien werden dienstverpflichtet.
  21. Februar: Erster Schrämlader wird auf Pattberg eingesetzt.
  26. Februar: Schlagwetter fordert 29 Menschenleben auf der Zeche Zollverein
 
1940  
  Erster zufriedenstellender Schrämladerbetrieb auf Rheinpreussen.
  Der von Wilhelm Löbbe entwickelte und von Westfalia-Lünen gebaute Zweikettenförderer wird versuchsweise in Oberschlesien eingesetzt um Erfahrungswerte zu erhalten
  Auf der Zeche Nordstern werden die ersten polnischen Fremdarbeiter eingesetzt.
  1. April: Einführung der Sommerzeit zur Energieeinsparung.
  Mai: Beginn der Luftangriffe auf das Ruhrgebiet.
  4. Juli: Schlagwetter mit 52 Toten auf der Zeche Hansa
  152 Bergwerke fördern 129.188.972 t mit 347.021 Mitarbeitern
 
1939  
  1. September: Beginn des zweiten Weltkrieges,   Kohleförderung übersteigt im Ruhrgebiet die 130 Mio. t/a.
  1. April: Verlängerung der Schichtzeit im Bergbau um 45 Minuten
  28. August: Ausgabe von Lebensmittelkarten
  Ersteinsatz eines Abbaupfluges (Bauart Löbbe) auf Hugo
 
1938  
  13. Juli: Emil Kirdorf stirbt in Mülheim an der Ruhr.
  Erste Schwarz-Weiß-Kaue der Welt auf der Zeche Sälzer-Neuack.
  Ersteinsatz eines Unterbandförderers
  Einführung einer Einheitsbezeichnung der Flöze
  Untertageleistung (Ruhr) 1,97 t/Mannschicht
Jahresförderung von 127.3 Mio. t mit einer Belägschaftsstärke von 288.667 Mann
 Anstelle der bisherigen 4 Schichtengruppen werden 6 eingeführt. Es wird nun in Flamm, Gasflamm, Gas, Fett, Eß und Magerkohle unterschieden. Die bisherige Leitflözeinteilung wird abgeschafft und erfolgt nun durch maritime Schichten, welche sich genauer erkennen lassen.
 
1937  
  Beginn der Entwicklung eines Kohlenhobel
  307.000 Belegschaftsmitglieder im Ruhrbergbau
  Auf dem Steinkohlenbergwerk Ibbenbüren werden erste Versuche zur schälenden Gewinnung (Kohlehobel) durchgeführt.
  Zollern 2 erhält die weltweit erste über Stromrichter gesteuerte Fördermaschine
  Einführung des Vierjahresplanes
 
1936  
  Herbst: Abwertung des Holländischen Gulden und des Schweizer Franken.
  Erstmalige Zahlung eines Weihnachtsgeldes (3-20 RM) aller Zechen, die Löhne bleiben aber auf dem Stand von 1933
  Die Gelsenberg Benzin AG wird gegründet.
  31. August: Schlagwetter auf der Zeche Präsident fordert das Leben von 28 Kumpel
  90 % der Förderung wird mit 68.700 Abbauhämmern hereingewonnen nur 6,5 % durch Schrämarbeit
 
1935  
  Das Hydrierwerk Scholven wird gebaut.
  15. April: Fritz Husemann (Gewerkschafter) stirbt an den Folgen eines Bauchschusses im KZ Esterwegen.
  Fahrdraht-Akkumulatorenlokomotiven werden in der Streckenförderung eingesetzt
  2. Internationaler Kongress in Heerlen zur Klärung der statigrafischen Verhältnisse
 
1934  
  20. Januar: Das Gesetz zur Ordnung der nationalen Arbeit gibt dem Ruhrbergbau eine neue Sozialordnung und hebt die Mitbestimmung der Bergarbeiter auf.
  157 Schachtanlagen fördern im Ruhrgebiet Steinkohle
 
1933  
  30. Januar: Machtübernahme im Reich durch die NSDAP.
  Auf der Zeche Pattberg wird die erste Gefäßförderung in Betrieb genommen.
  Die erste Versatzbergeschleuder wird auf Rheinpreussen eingesetzt
  Ende Juni: Der Zechenverband wird faktisch aufgelöst
 
1932  
  Die Beschäftigungsziffer der im rheinisch-westfälischen Bergbau zusammengeschlossenen Zechen sinkt drastisch (seit 1929 sind 160.000 Stellen abgebaut worden) es arbeiten noch 190.000 im Ruhrbergbau.
  Auf Sophia Jacoba (Aachen) wird der erste Schwertrübescheider (Schwerflüssigkeitsverfahren) in Betrieb genommen.
  W. Droste erhält das Patent auf einen Seilkauscheneinband für Förderkörbe
  Einführung des hydraulischen Einzelstempels
  Hoover-Jahr, keine Reparationszahlungen
Erholung der Kohlepreise
 
1931  
  Infolge der Abwertung des englischen Pfundes sinkt der Weltmarktpreis für Kohlen um 30 %.
  1. Januar: Nach dem Scheitern der Tarifverhandlungen mit den Gewerkschaften über einen Lohnabbau von 8%, spricht der Zechenverband Massenentlassungen aus.
  10. Januar: Staatliche Zwangschlichtung führt zu Lohnkürzungen von 6% sowie Rücknahme der Kündigungen.
  Juni: Neuer Syndikatvertrag bis 31. März 1942
  177 Schachtanlagen fördern rd. 86 Mio. t bei einer Schichtleistung von 1,9 t/MS
 
1930  
  Die Koppelung von Arbeits und Mietverträgen wird aufgehoben.
  Wesel-Datteln-Kanal wird eröffnet.
  Ab 1930: Einführung der Wendelrutsche zur Abwärtsförderung in Blindschächten
  184 Bergwerke fördern 107.178.801 t mit 358.738 Mitarbeitern
 
1929  
  25. Oktober: Schwarzer Freitag an der New Yorker Börse. Beginn der Weltwirtschaftkrise.
  Die Silikose wird als Berufskrankheit anerkannt.
  Abbau mit Preßlufthämmern erreicht 84%, weitere 6% werden mit Schrämmaschinen hereingewonnen.
  Einführung einer standartisierten Einheitsbezeichnung für die Steinkohlenflöze im Ruhrrevier.
 
1928  
  Das Bergbau-Museum in Bochum wird gegründet.
  Aus der Kohlechemie AG wird die Ruhrchemie AG.
  Beim "Ruhreisenstreik" werden 240.000 Stahlarbeiter ausgesperrt
  Einführung des Strebbruchbaues im Ruhrgebiet
  Das Schmalenbach-Gutachten bestätigt die ungünstige Rentabilitätslage des Ruhrbergbaus.
 
1927  
  Wird der Niersverband als Zwangsgenossenschaft ins Leben gerufen.
  Die ersten von der Maschinenfabrik Deutz hergestellte Diesellokomotive wird auf der Zeche Diergardt als Streckenfördermittel eingesetzt.
  Die Berechnung der Seilbruchlast wird für die Konstruktion von Fördergerüsten vorgeschrieben.
  Beginn der Kohleverflüssigung.
  Gründung der Kohlechemie AG.
  16. Juli: Beginn der Arbeitslosenversichung als Zwangsversicherung
  1. Internationaler Kongress in Heerlen zur Klärung der statigrafischen Verhältnisse
 
1926  
  1. Mai: Großer englischer Bergarbeiterstreik (Generalstreik) führt zu einer Absatzbesserung
  Der Blasversatz wird als Maßnahme gegen Bergsenkungen eingeführt.
  4. April: August Thyssen stirbt in Essen.
  5. Mai: Gründung der Vereinigte Stahlwerke AG.
  Franz Fischer und Hans Tropsch entwickeln am Kaiser-Wilhelm-Institut für Kohleforschung das sog. Fischer-Tropsch-Verfahren.
  Erster Fördertum mit zwei Förderungen geht in Betrieb
  Einführung des Gesteinstaubverfahrens nach §133 BVO
 
1925  
  11. Februar: 136 Tote bei einer Kohlenstaub.- Schlagwetterexplosion auf der Zeche Stein & Hardenberg (Minister Stein).
  31. Juli: Die letzten französischen Truppen verlassen das Ruhrgebiet.
  Stilllegungswelle von 34 Zechen (insgesamt werden von 1920-1926 73 Zechen geschlossen).
  16. Mai: Sprengstoff/Kohlenstaubexplosion auf Ver. Dorstfeld mit 46 Toten
  Das erste deutsche Vollwandgerüst wird auf der badischen Kaligrube Buggingen errichtet
 
1924  
  Aufhebung der Bergfreiheit für Steinkohle.
  2. Mai: Aussperrung von 400.000 Bergarbeitern nach deren Weigerung die neue 8,5 Stundenschicht zu verfahren.
  21. Juni: Letzte Grubenfahrt von August Thyssen auf der Zeche Lohberg.
  10. April: Hugo Stinnes stirbt in Berlin
 
1923  
  10/11. Januar: Französische und belgische Truppen besetzen das Ruhrgebiet um dies als Pfand für ausstehende Reparationszahlungen des Deutschen Reiches zu nutzen. Beginn des Ruhrkampfes und des passiven Widerstandes gegen die Besetzung. Ein Generalstreik wird ausgerufen und Sabotageakte legen große Teile des Verkehrs und der Wirtschaft lahm. Durch Zusage der Reichsregierung die finanzielle Unterstützung der gut 2 Millionen sich im Ausstand befindlichen Arbeiter zu übernehmen, wird die Wirtschaftskrise und die hohe Inflation noch weiter angefacht. Am 26. September wird der passive Widerstand von Reichskanzler Gustav Stresemann als beendet erklärt. Der entstandene volkswirtschaftliche Schaden wird mit 4,5 Milliarden Goldmark angenommen, welcher (da nicht gedeckt) nachfolgend zu einer Währungsreform führten.
  1. Mai: Das Rheinisch-Westfälische Kohlen-Syndikat wird für fünf Jahre erneuert.
  15. November: Der Zechenverband gibt die Entlassung aller Mitarbeiter und die Stilllegung aller Zechen bekannt. Diese Aussperrung ist Reaktion auf den anhaltenden Widerstand der vier Bergarbeitergewerkschaften und des Reichsarbeitsministeriums auf die unangekündigte Schichtverlängerung auf 8,5 Stunden (untertage) und auf 12 Stunden (übertage) ohne Lohnausgleich.
Beschlossen wird mit den Gewerkschaften eine 8 Stunden-Schicht bis zum 1. Mai.
  Auf der Zeche Mont Cenis wird die erste Flotationanlage für Kohle angefahren (Schaumschwimmaufbereitung)
 
1922  
  27. November: Frankreich droht wegen nicht geleisteter Reparationszahlung mit der Besetzung des Ruhrgebiets.
  Die Belegschaftzahl des Ruhrbergbaus steigt, mit 544.961 Mann, auf ein neues Hoch. Die Förderung liegt aber deutlich unter der Vorkriegsförderung
  19. April: Otto Hue (Politiker und Gewerkschafter) stirbt in Essen
  13. September: Carl Friedrich Koepe stirbt in Bochum
  Erste Versuche zur übertägigen Kühlung des Wetterstromes (Bedüsen) auf der Zeche Radbod
 
1921  
  Wird auf „Wilhelmine Mevissen" die erste Stangenschräm-Maschine eingeführt, durch die der Abbau in dem sonst schwierigen Flöz „Mentor" wirtschaftlich gestaltet werden kann.
  20. Juli: Schlagwetter auf der Zeche Mont Cenis fordert 85 Todesopfer.
  Verbot der Sicherheitslampe als Mannschaftslampe Von 1922 bis 1925 werden nachfolgend alle Gruben mit elektrischen Grubenlampen ausgestattet.
  Französische und belgische Truppen besetzten Duisburg und Düsseldorf.
  26. Oktober: Gründung der Klöckner Reederei und Kohlenhandel GmbH in Duisburg
 
1920  
  Gegen besondere Zuschläge und Vergünstigungen verpflichten sich die Bergarbeiter zu Überschichten.
  13. März: Kapp-Putsch zur Wiedererrichtung der Monarchie wird u.a. durch einen Generalstreik vereitelt.
  März: Parallel zu dem Kapp-Putsch und der nicht mehr handlungsfähigen Reichsregierung beginnt der Ruhraufstand bei dem ein Bündnis aus linken Arbeiterparteien versuchen die politische Macht zu erlangen. Die gebildete Roten Ruhrarmee besiegt die bewaffneten Ordnungskräfte und ein Zentralrat der Arbeiterräte wird gegründet, der welcher teilweise die Macht übernimmt. Verhandlungsversuche seitens der Reichsregierung bleiben erfolglos.
  2. April: Einmarsch von Reichswehr- und Freikorpseinheiten in das nördliche Ruhrgebiet, bis zur britisch besetzten Zone an der Ruhr. Dabei erfolgen standgerichtliche Erschießungen von bewaffneten Aufständischen. Etwa 2400 Menschen verlieren bei den Kampfhandlungen und den Standgerichten ihr Leben.
  Erste Betriebsratswahlen im Ruhrbergbau.
  Beginn der Reparationsleistungen und Demontagen.
  8. August: Seilfahrtunglück fordert 20 Todesopfer auf der Zeche Kaiserstuhl
 
1919  
  Revolution, Streiks. — Einführung der achtstündigen Arbeitszeit. Die Untertageschicht in den Bergwerken wird auf sieben Stunden festgesetzt.
  Die Reichsregierung erläßt Bestimmungen über die Errichtung von Bergmannswohnungen, um einen Anreiz für eine Erhöhung der Kohlenförderung zu geben.
  Abschluß des ersten Tarifvertrages zwischen Zechenverband und Bergarbeitergewerkschaften im Bergbau.
  Beschluß zur Bildung der Allgemeinen Bergarbeiter Union durch Delegierte von 195 Schachtanlagen.
  28. Juli: Friedensvertrag von Versailles wird unterzeichnet
 
1918  
  11. November: Waffenstillstand und Ende des ersten Weltkriegs aber noch kein Friedensvertrag.
Gefallene nach Ruhrgebietsstädten:
Essen 15.000
Dortmund 8.000
Gelsenkirchen 7.500
Duisburg 6.000
Bochum 4.000
Der verlorene Erste Weltkrieg und die Revolution verursachen große Störungen im Betrieb der Bergwerksgesellschaften
 
1917  
  Schlechte Versorgungslage führt zum sog. "Kohlrübenwinter".
  26. Februar: Die Bergwerksgesellschaft Hibernia wird per Gesetz verstaatlicht.
  Schwarzhändler erziehlen Höchstpreise für begehrte Waren.
  28. April: Seilriß und Absturz eines Förderkorbs mit 42 Toten auf der Zeche Carl Friedrich.
  Auf der Zeche Präsident sterben 27 Bergleute bei einem Schlagwetter.
 
1916  
  Verstärkter Einsatz von Frauen und Jugendlichen in der Industrie und im Bergbau.
  Ende 1916: Das Rheinisch-Westfälische Kohlen-Syndikat wird um 5 Jahre verlängert
 
1915  
  März: Erstmalige Ausgabe von Brot- und Lebensmittelkarten infolge des Weltkrieges.
  Lippe-Seitenkanal (heute Datteln-Hamm-Kanal) wird eröffnet
 
1914  
  31. Januar: Schlagwetter auf Minister Achenbach fordert 24 Menschenleben
  März: Die erste Unterrheinverbindung wird auf der Zeche Diergardt hergestellt.
  1. August: Das Deutsche Reich erklärt nach dem Bündnispartner Österreich-Ungarn (28. Juli) Russland den Krieg. Beginn des ersten Welkrieges
Nach der Gerneralmobilmachung werden von den 388.385 Bergarbeitern im Knappschaftsbezirk Bochum 117.846 Bergleute zum Kriegsdienst eingezogen.
  Rhein-Herne-Kanal wird eröffnet
 
1913  
  Frühjahr: Die LINEG (Linksniederrheinische Entwässerungs-Genossenschaft) wird in Moers gegründet. Diese soll die durch die Bodensenkungen des Bergbaus herbeigeführten Vorflutstörungen beseitigen und die Wasserführung in Ordnung halten.
   Der Anteil der Kohle beträgt 73% der Weltenergiebilanz
  Die Förderung im Ruhrgebiet erreicht ein neues Hoch mit 114.486.847 t bei einer Belegschaft von 411.715 Mann
  Im Ruhrgebiet werden 217 Abbauhämmer eingesetzt
 
1912  
  Bergarbeiterstreick (>60% Beteiligte).
  8. August: Bei einer Schlagwetterexplosion auf der Zeche Lothringen sterben 114 Bergleute.
  6. März: Heinrich Kämpchen (Bergmann und Arbeiterdichter) stirbt in Bochum-Linden.
  18. Dezember: 49 Bergleute finden bei einem Schlagwetter auf der Zeche Minister Achenbach den Tod
 
1911  
  Auf der Zeche Deutscher Kaiser und der Friedrich-Wilhelms-Hütte werden die ersten Koppersöfen betrieben (Gichtgasbefeuerung)
  Schacht Westfalen I ist mit 1088 m der tiefste Schacht im Ruhrgebiet
 
1910  
  Fast ein Drittel der Bergarbeiter lebt als Untermieter oder Kostgänger
  Mit 975 m ist Schacht Hermann II der tiefste Schacht im Ruhrrevier
 
1909  
  Auf Radbod wird nach dem Grubenunglück von 1908 komplett auf elektrische Handgrubenlampen umgerüstet.
  Erstmalig besucht Paul Breder, der Sohn eines Bergarbeiters, das königliche Gymnasium zu Bochum
 
1908  
  Das Oberbergamt Bonn schafft ein neues Bergrevier mit dem Sitz in Krefeld (Das Bergamt Krefeld bestand bis 31. 10. 1933).
  12. November: Schweres Grubenunglück auf Radbod mit 349 Toten, ausgelöst durch eine defekte Grubensicherheitslampe oder ein Schießen.
  Auf der Zeche Lothringen wird weltweit das erste Werk zur Herstellung synthetischen Salpeters errichtet.
  Ersteinsatz eines Gummigurtförderers auf der Zeche Osterfeld
  22. Januar: Gründung des Zechenverband
  Ersteinsatz einer Druckluft-Lok auf den Emscherschächten
  Ersteinsatz einer Stangenschrämmmaschine auf der Zeche Viktoria (Louisenthal)
 
1907     1. Januar: Kohlensyndikat gibt seinen Mitgliedern die Förderung frei, da weiterhin nach dem Generalstreik (1905) und steigender Nachfrage, eine Knappheit an Steinkohle besteht  
1906  
  Ersteinsatz von druckluftbetriebenen Abbauhämmern auf der Zeche Königsborn.
  Hilfeleistung der mit modernen Atemgeräten ausgerüstete Grubenwehr der Schachtanlage Shamrock bei dem Grubenunglück auf der französischen Zeche Courrières. Bei dem Unglück sterben 1.140 französische Kumpel.
 
1905  
  16. Januar: Generalstreik wird ausgerufen (>70% Beteiligung).
  Auf Rheinpreussen wird die erste "Schüttelrutsche" eingeführt.
  Eine 2-jährige Mutungssperre auf Steinkohle wird beschlossen.
  Novelle des preußischen Berggesetz bei dem, bei über 100 Mitarbeitern Arbeiterausschüsse zu bilden sind.
  Begrenzung der Gesamtschichtzeit auf 8,5 h incl. An- und Ausfahrt sowie die Abschaffung des "Wagen-Nullen" bei unreiner Füllung.
  10. Juli: Eine umgeworfene Öllampe im Füllort löst einen Grubenbrand auf der Zeche Oespel (Borussia) aus, dabei sterben 39 Bergleute
  Erfindung des Flottmann'schen Bohrhammers
 
1904  
  Im rechtsrheinischen Industriegebiet wird die Emscher-Genossenschaft zur einheitlichen Regelung der Vorflut- und Abwasserverhältnisse gegründet.
  Zum Rechtsschutz gegen Bergschäden werden die Haus- und Grundbesitzervereine in Homberg und Essenberg ins Leben gerufen.
  Erstes Gummiförderband in Betrieb.
  28. Juli: Der preußische Staat kauft 46% der Bergwerksgesellschaft Hibernia. Beginn der sog. Hibernia-Affäre.
  Heinrich Flottmann erhält das Patent auf den Flottmann-Bohrhammer.
  Erste untertägige Fahrdrahtlokomotive auf der Zeche Ver. Engelsburg.
  Streik gegen die "Amalgamation" verschiedener Bergwerke mit sieben großen Gesellschaften führt zu einem Förderausfall von ca. 5 Mio. Tonnen.
  Einführung der Schwingbühne nach Eickelberg.
 
1903     Erneuerung des Rheinisch-Westfälischen Kohlen Syndikats  
1902  
  Zum Schießen darf nur noch Sicherheitssprengstoff verwendet werden.
  Nachgiebige Stahlstempel werden erprobt.
Spülversatz wird eingeführt.
  Erste elektrische Fördermaschine auf Zeche Preußen 2
  1. Januar: Inkrafttreten der Wetter-Polizei-Verordnung
  22. November: Friedrich Alfred Krupp stirbt in Essen.
  28. März: Bergpolizeiverordnung schreibt Sicherheitsvorrichtungen gegen das Überteiben von Förderkörben sowie Sicherheitsaufsetzvorrichtungen (Fangvorrichtungen) vor.
 
1900  
  Offenes Geleucht wird in der Grube verboten.
  12. März: Einrichtung von Brausebädern wird bergpolizeilich verordnet.
  Erster Gefrierschacht (Auguste Victoria II, später umbenannt in I) wird abgeteuft .
  10. Juli: Grubenbrand durch eine umgeworfene Öllampe fordert 39 Tote auf der Zeche Ver. Borussia
  478 Schächte stehen im Ruhrgebiet in Förderung oder werden gerade abgeteuft:
422 in Betrieb (367 saiger, 36 tonnlägig und 19 gebrochen) 56 befinden sich in Abteufung
  Gefördert werden 60.119.000 t mit einer Belegschaft von 226.902 Mann
  12. Dezember: Bergpolizeiverordnung wird erlassen. Diese regelt alle Belange des Bergwesens: Z.B. das Verbot der gleichzeitigen Nutzung eines Schachtes als Ein- und Ausziehend (Wetterscheider) oder die Zulassung des bis dahin verbotenen Unterwerksbaues
  Die tiefsten Schächte mit 774 m sind die Monopolschächte Grimberg I/II
 
 
1900 bis 1850  
1899  
  Bochumer Bergschule bezieht das Gebäude an der Herner Strasse.
  Dortmund-Ems-Kanal wird eröffnet
  Die Zeche Werne ist die erste Schachtanlage die nördlich der Lippe einen Schacht abteuft
  Die durchschnittliche Schachtteufe beträgt 430 m
 
1898  
  17. Februar: Schlagwetterexplosion fordert 116 Tote auf Ver. Carolinenglück in Bochum.
  12. Juli: Eine Bergpolizeiverordnung schreibt den Einbau von untertägigen Gesteinsstaubsperren und Berieselungsleitungen vor, auch wird die Verwendung von Schwarzpulver zum Sprengen verboten
  22. Mai: Auf der Zeche Zollern kommen 29 Kumpel bei einem Schlagwetter und dem nachfolgenden Grubenbrand ums Leben.
  Ersteinsatz einer Kreiselpumpe zur Wasserhaltung auf der Zeche Constantin der Große
  Ersteinsatz einer Schrämmaschine auf Hibernia
 
1897  
  Erste Koksofenanlage auf Zeche Mathias Stinnes
 
1895  
  Erste ausgreifte Radschrämmmaschine auf Dorstfeld im Einsatz
  Erster Selbstretter (Pneumatophor) der österreichischen Firma Waldeck, Wagner und Benda kommt auf den Markt
 
1894  
  Die erste elektrische Wasserhaltung geht auf der Zeche Deutscher Kaiser I in Duisburg-Hamborn in Betrieb
 
1893  
  19. August: Schlagwetter auf Kaiserstuhl I fordert 62 Todesopfer
  Vermehrter Einsatz von elektrischen Antriebsmotoren
  Gründung des Rheinisch-Westfälische Kohle-Syndikates
  Ersteinsatz einer Akku-Lok auf der Zeche Bonfacius
 
1892  
  16. Februar: Gründung des Rheinisch-Westfälischen Kohlensyndikats.
  Erste Versuche mit preßluftbetriebenen Bohrhämmern auf der Zeche Mansfeld
 
1891  
  23. Januar: Schlagwetter fordert auf der Zeche Hibernia 57 Todesopfer
  1. Juli: Erlass des Arbeiterschutzgesetzes
 
1890  
  Erstmalige Förderung von über 1 Mio. Jahrestonnen auf der Schachtanlage Zollverein.
  Die letzten Aloé-Seile (Manilahanf) werden im Ruhrgebiet durch Stahlseile ersetzt
  175 Bergwerke fördern 35.517.083 t mit 127.534 Mitarbeitern
  Meißner führt das Tränken des Kohlenstoßes ein
 
1889
 
  25. April: Bergarbeiterstreik (>80% Beteiligung) ausgelöst durch die Arbeitsniederlegung von 45 Schleppern der Zeche Präsident in Bochum.
  18. August: Der Verband zur Wahrung und Förderung der bergmännischen Interessen in Rheinland und Westfalen wird gegründet.
  Die Zeche Amalia gründet eine zecheneigene Benzolfabrik (System Brunck).
  Auf der Zeche Nordstern wird die erste Kettenbahn in Betrieb genommen.
  Die letzten Ruhraaken transportieren die Kohle über die Ruhr
 
1888
 
  Erster Einsatz einer Turmfördermaschine mit Treibscheibenförderung auf Hannover II.
  16. April: Friedrich Grillo stirbt in Grafenberg (Düsseldorf).
  Die Zeche Hercules erhält einen Ventilator zur Grubenbelüftung
  Felten und Guilleaume (Köln) stellt die ersten verschlossenen Drahtseile her.
  Erste Versuche mit hydraulischen Stempeln werden auf Minister Stein durchgeführt
 
1887
 
  Eine Vorschrift zur Verwendung von Sicherheitslampen auf schlagwettergefährdeten Anlagen wird behördlich erlassen.
  12. Oktober (4. Juli 1888): Bergpolizei-Verordnung welche bei Schlagwetter gefährdeten Gruben dir Nutzung der Schächte zur Wetterführung regelt. Es soll jeweils nur ein Schacht als einziehend, der andere als ausziehend genutzt werden.
  Erste Benzolgewinnungsanlage auf der Zeche Kaiserstuhl in Dortmund geht in Betrieb.
  Erste Wasserhaltung nach dem System Kley auf Fröhliche Morgensonne.
  Die erste Motorgrubenlokomotive wird auf dem Brauneisensteinwerk C.W.B. Fernie eingesetzt
 
1886
 
  24. September: Kohlenstaubexplosion auf der Zeche Consolidation fordert 56 Tote
  Der tiefste Schacht ist mit 624 m Schacht Ewald I
 
1885
 
  Gründung der Bergbau-Berufsgenossenschaft.
  Mitarbeiterzahl im Ruhrbergbau übersteigt erstmals 100.000 Bergleute
  Es sind 253 Schächte in Betrieb
  Die durchschnittliche Schachtteufe beträgt 342 m
  30. Oktober: William Thomas Mulvany stirbt in Düsseldorf.
  25. Juli: Auf der Zeche Prinz von Preussen sterben 37 Bergleute bei einer Schlagwetterexplosion
  Ersteeinführung von handhabungssicheren Sicherheitssprengstoffen
 
1884
 
  Carl Wolf erfindet die Benzinsicherheitslampe, welche eine deutlich höhere Lichtleistung als die vorherigen bot, sowie eine Innenzündvorrichtung zum Wiederanzünden erloschener Lampen
  30. Juli: Die Firma Gustav Wolff jr. wird in Bochum-Linden gegründet
 
1883  
  Ersteinsatz einer elektrischen Grubenlok auf der Zeche Bonifacius.
  Inbetriebnahme der ersten Teeröfen auf der Zeche Pluto (Schacht Thies)
  Februar: Das Rheinisch-Westfälische Kohlen-Syndikat (RWKS) wird von Emil Kirdorf gegründet
 
1882  
  Brikettfabrik Caroline nimmt den Betrieb auf.
  10. Mai: Bei einem Schlagwetter auf der Zeche Pluto sterben 65 Menschen
  Werner von Siemens baut eine elektrische Grubenlokomotive (Fahrdraht), welche in der königlich-sächsischen Steinkohlenzechen Zauckeroda eingesetzt wird
 
1881  
  1. Oktober: Erlaß einer bergbehördliche Vorschrift die einen zweiten befahrbaren Zugang bei einer Tiefbauanlage vorschreibt.
  Erste voll funktionsfähige Brikettfabrik für Magerfeinkohle auf Ver. Dahlhauser Tiefbau arbeitet noch kostenintensiv mit "englischen" Pech.
  Auf der Zeche Holland in Wattenscheid nimmt die erste Kokerei mit Nebenproduktanlage den Betrieb auf.
  Erste Schlagwetterkommission durch den preußischen Staat
  Die Tonne (t = 1000 kg) wird als einheitliches Gewichtsmaß eingeführt
  Es sind 186 Bergwerke im Ruhrgebiet in Betrieb
 
1880  
  Bibliothek des Bergbaulichen Vereins wird eingerichtet
  Doppelförderschächte gewinnen an Bedeutung
  6. März: Friedrich Harkort stirbt in Dortmund-Hombruch
  8. Juni: Eine Explosion auf der Zeche Neu-Iserlohn (26 Tote) bei der erstmalig die bedeutende Mitwirkung von Kohlestaub nachweisbar ist, führt zu Überlegungen diesen sinnvoll abbinden zu müssen. Auch wird die Verwendung von Sprengmitteln in gefährdeten Grubenteilen stark eingeschränkt.
  193 Bergwerke fördern 22.364.310 t mit 78.240 Mitarbeitern
 
1879  
  1. Juni: Das Wassergenossenschaftsgesetz zum Schutz des bäuerlichen Bodens wird erlassen
 
1878  
  Erste Koepeförderung mit neben dem Schacht aufgestellter Fördermaschine wird auf Hannover I in Betrieb genommen
 Erste Fahrdraht-Lok wird in Betrieb genommen
  Nobel erfindet die Sprengelantine
 
1877  
  Patentierung der Koepe-Förderung
  30. April: Stilllegung, der erste Hütte des Reviers, der St. Antonii-Hütte in Oberhausen.
 
1876  
  Kann nach zwanzigjähriger Arbeit an der Niederbringung der Schächte auf Schacht Rheinpreußen II und im folgenden Jahre auf Schacht I die Förderung aufgenommen werden.
  15. Januar: Wattenscheid erhält die Stadtrechte
 
1875  
  Erste Schrämmaschinenversuche auf der Zeche Ruhr & Rhein.
  29. November: Gelsenkirchen erhält die Stadtrechte
 
1874  
  Eisenbahnbrücke Hochfeld-Rheinhausen wird eröffnet
 
1873  
  Wirtschafskrise beendet die sogenannten Gründerjahre
 
1872  
  24. Mai: Erster großer Bergarbeiterstreit beginnt in Bochum. Die Essener Bergleute folgen am 1.Mai, zeitweilig befinden sich etwa 90.000 Bergleute im Ausstand. Forderung: 15% Zuschlag bei Überschichten, 8-stündige Schichtzeit incl. An- und Ausfahrt sowie eine bessere Wetterführung.
  Gründung der Maschinenfabrik Flottmann in Bochum.
  Entstehung des "Concordia-See's" durch Bergsenkungen
 
1871  
  10. Mai: Ende des deutsch-französischen Krieges
  Die Waggonkrise hält an, für die Eisenbahnversendung der Kohlen sind nur beschränkte Mengen an Waggons vorhanden
 
1870  
  19. Juli: Beginn des deutsch-französischen Krieges
  12. Februar: Hugo Stinnes wird in Mülheim an der Ruhr geboren
  11. Dezember: 35 Bergleute sterben durch ein Schlagwetter auf der Zeche Neu-Iserlohn
  215 Bergwerke fördern 11.570.556 t mit 50.499 Mitarbeitern
 
1869  
  Erste preßluftbetriebene untertägige Wasserhaltung auf der Zeche Neu-Iserlohn.
  Erste freistehende eiserne Fördergerüste auf den Zechen Barillon (Julia) und Graf Beust erstellt
 
1868  
  15. Januar: Auf der Zeche Neu-Iserlohn sterben 81 Bergleute bei einer Schlagwetterexplosion
  24. April: Franz Haniel stirbt in Ruhrort
 
1867  
  55% aller Ruhrbergleute fahren "am Seil" ein.
  Von Felten und Guilleaume wird das Stahlgußseil entwickelt.
 
1866  
  Alfred Nobel erfindet das Gurdynamit, dieses wird für Schießarbeiten eingeführt
 
1865  
  4. Juni: Das allgemeine preußische Berggesetz wird erlassen und zum 1.10. des Jahres in Kraft gesetzt. (Bis dahin hatte noch das französische Bergrecht für das linksrheinische Gebiet gegolten)
Mit der Einführung des Berggesetzes erfolgt keine Verleihung von Erbstollen mehr
  Erste Versuche mit Druckluftbohrmaschinen auf der Zeche Altendorf Tiefbau.
  Letzte Fahrkunst geht auf Concordia (Schacht Flashoff) in Betrieb
 
1864  
  Felten und Guilleaume (Köln) stellt die ersten Gußstahldrahtseile her
 
1863  
  Bergpolizeiverordnung schränkt den Betrieb von Wetteröfen (Untertage) ein
 
1862  
  Werden die Duisburger Schächte „Neu Duisburg" und „Medio Rhein" stillgelegt
 Ersteinsatz einer schlagenden Schrämmmaschine von Firth & Donisthorpe in den Balaclavaschächten auf West Ardesley bei Leeds
  Das englische Berggesetz schreibt das Ausbringen von zwei Schächten auf Steinkohlengruben vor
 
1861  
  Die Kompetenzen der Bergämter werden neu geregelt.
  Erste Versuche zur Brikettherstellung aus Feinkohle auf Ver. Wiesche.
  Die letzte Fahrkunst im Ruhrgebiet wird auf dem Schacht Concordia II eingebaut und 1865 in Betrieb genommen.
 
1860  
  21. Mai: Einführung des sog. Freizügigkeisgesetzes, damit wird die staatliche Festsetzung von Lohn und Arbeitszeit abgeschafft. Die Arbeitsumstände der Arbeiter verschlechtern sich in Folge dramatisch.
  277 Bergwerke fördern 21.381.269 t mit 28.463 Mitarbeitern
 
1859  
  Gelingt der Zeche „Neu-Duisburg" in Duisburg-Neudorf in 165 m Tiefe die Förderung von Magerkohle. Aber schon 1861 schon muß die Zeche infolge von Wassereinbrüchen stillgelegt werden.
  Erste Genehmigung einer Seilfahrtanlage zur Personförderung auf der Zeche Wiesche durch das Bergamt Dortmund
 
1858  
  Der Verein für bergbauliche Interessen im Oberbergamtsbezirk Dortmund wird gegründet.
  Die Bochumer Firma Seippel stellt die erste westfälische Grubensicherheitslampe für Ölbrand her.
  Schacht Nordstern I wird abgeteuft, dies ist der erste Schacht nördlich der Emscher. Der erste 11 Meter tiefe Schacht musste gestundet werde, da dieser aus dem Lot lief. Der zuständige Steiger Petri wurde seines Dienstes entbunden, da er "dem Trunke verfallen" war.
  Der tiefste Schacht ist mit 300 m Schacht Gewalt.
  Ersteinsatz von "deutschen" Tübbings auf der Zeche Rheinpreussen I
  286 Bergwerke fördern 19.492.413 t mit 31.455 Mitarbeitern
 
1857  
  Die beginnende Wirtschaftkrise nach der Gründerzeit führt zu zahlreichen Zechenstilllegungen im Ruhrgebiet.
  Der erster Schacht nördlich der Emscher wird abgeteuft (Zeche Nordstern)
 
1856  
  Die Ruhrort-Homberger-Rhein-Trajektanstalt nimmt ihren Betrieb auf und erschließt den linken Niederrhein verkehrstechnisch
  Modellbaumeister Schumann entwickelt auf Anregung des Oberberghauptmannes Grafen von Beust eine stossende Bohrmaschine
 
1855     8. Januar: Kaufmann Ferdinand Stein aus Rheydt beginnt mit Schürfversuchen bei Rheinhausen und Werthausen und wird am 8. 3. fündig.
  26. März und 5. April: Konzessionsgesuch für das Feld Diergardt (ursprünglich wird das Feld „Grafschaft Moers" genannt).
  Auf der Zeche Java in Duisburg-Neuenkamp wird die Bohrung „Java" auf Kohle fündig.
  Auf der Zeche Hibernia I/II werden von Mulvany die ersten eisernen Tübbings (Englische Tubbings) zum Schachtausbau verwandt.
  Auf der Zeche Vereinigte Geschwind wird ein Wetterkamin errichtet.
  Einführung eines einheitlichen Gewichtssystems.
  Im Bergamtsbezirk Bochum werden 151 Bergwerke mit einer Jahresförderung von 7.590.092 t bei einer Mitarbeiterzahl von 12.503 Mann betrieben.
  Im Bergamtsbezirk Essen werden 83 Bergwerke mit einer Jahresförderung von 8.671.024 t bei einer Mitarbeiterzahl von 10.732 Mann betrieben.
  Patent einer Bohrmaschine an Thomas Bartlett in England
 
1854  
  15. Mai: Franz Haniel wird auf dem Rheinpreußenfeld in Homberg in 556 Fuß Teufe auf Kohlen fündig, und die Fündigkeit wird ihm bestätigt. Dies ist das Geburtsjahr des linksniederrheinischen Steinkohlenbergbaus.
  Erlaß des Knappschaftgesetzes.
  Verbot der untertägigen Arbeit von unter 16jährigen
 
1853  
  9. November: Aufgrund eines Ministerialerlasses kann auf Tiefbohrungen bergbehördlich eine Verleihung auf Steinkohle erfolgen, eine Bloßlegung ist nicht mehr erforderlich. Zwischen Gelsenkirchen und Kamen stehen 50 Bohrlöcher in Betrieb.
Die Gesamtförderung an der Ruhr übersteigt mit 10.731.474 t die 10 Mio Tonnengrenze, es stehen 190 Bergwerke mit 16.579 Arbeitern in Betrieb
 
1852  
  Erste Versuche mit Handbohrmaschinen auf der Zeche Ver. Bickefeld.
  Erste Fahrkunst auf der Zeche Ver. Gewalt in Essen.
  Eisensteinfunde im Ruhrgebiet eröffnen der Eisenindustrie neue Möglichkeiten.
  Mindestalter für Fabrikarbeiter wird von 9 auf 12 Jahre erhöht
 
1851  
  12. Mai: Das Miteigentümergesetz (Freizügigkeitsgesetz) ermöglicht die Selbstverwaltung des Bergbaus und es folgt eine rege Bohr- und Mutungstätigkeit der privaten Wirtschaft.
  8. Februar: Zum Energiebezug sind sämtliche linksniederrheinischen Bergwerke Mitglieder der BEV, „Bergbau-Elektrizitäts-Verbundgemeinschaft GbR", die am 8. 2. 1851 gegründet wird zusammengeschlossen.
  5. Juni: Haniel reicht beim Bergamt Düren das Konzessionsgesuch auf das Feld „Rheinpreußen" ein.
  21. Juli: Haniel beginnt mit den ersten Bohrungen in Homberg und wird dadurch der Pionier des linksniederrheinischen Steinkohlenbergbaus
  Auf der Lever colliery bei Bolten (England) wird durch Gurney ein Grubenbrand durch die Einleitung von Wasserdampf gelöscht
 
1850  
  Bau der ersten Malakofftürme (nach dem im dem Krimkrieg 1853-55 belagerten Fort Malakoff benannt) sowie die Einführung von Unterseilen
  198 (203) Zechen fördern 1,96 Mio. t
  Verstärkter Einsatz von Grubenpferden für die Streckenförderung
 
 
1850 bis 1800  
1849  
  Erste Kokssieberei und Wäsche auf der Zeche Victoria-Mathias.
  Erster Kokshochofen auf der Friedrich-Wilhelms-Hütte in Mülheim a.d. Ruhr
  Ersteinsatz des Kind'schen Abteufverfahrens mittels Bohrschächten und nachheriger Cuvelierung im französischen Moseldepartment
 
1848  
  18. März: Märzrevolution in Preußen
  Die erste kontinuierliche Separation (Setzmaschine) und Wäsche im Ruhrgebiet wird auf der Zeche Victoria Mathias in Essen in Betrieb genommen
 
1847     Sobrero erfindet das Sprengöl (Nytroglyzerin)  
1846  
  Inbetriebnahme der Köln-Mindener-Eisenbahn
 
1844  
  Errichtung der ersten Werkssiedlungen "Eisenheim" durch Wilhelm Lueg, Direktor der Hüttengewerkschaft und Handlung Jacobi, Haniel & Huyssen
 
1842  
  Schacht Kronprinz wird aufgegeben
 
1841  
  Auf der Bochumer Schachtanlage Präsident wird das erste Steinkohlenflöz unter dem Deckgebirge aufgeschlossen
 
1840  
  Erste Sicherheitslampen werden eingesetzt
 
1840  
  12. September: Das Schachtgestänge des Schachts Kronprinz bricht, der Schacht säuft bis auf 90 m Teufe ab.
  Ludwig von Oven wird in Gelsenkirchen auf Steinkohle fündig
 
1840  
  Einsatz von Grubenpferden auf der Zeche Wiesche in Mülheim
  Die ersten kreisrunden Schächte werden auf der Zeche Ver. Petersburg niedergebracht, vorher waren ausschließlich eckige Schachtquerschnitte erstellt worden
 
1837  
  Beginn der Koksproduktion auf der Zeche Ver. Bickefeld
 
1836  
  Erste Koksproduktion in geschlossenen Öfen auf der Zeche Schoelerpad
 
1835     23. Oktober: Erste Verleihungsurkunde auf Eisenstein auf der Zeche Friederika in Bochum  
1831  
  29. Juni: Heinrich Friedrich Karl Reichsfreiherr von und zum Stein stirbt in Cappenberg
  Der Engländer Bickford erfindet die Zündschnur
 
1839  
  Das Mindestalter für Arbeiter in Fabriken wird auf 9 Jahre festgelegt.
  Der Schacht "Graf Beust I " in Essen durchörtert die Mergeldecke als zweiter Schacht im Ruhrgebiet
 
1838  
  Die Zeche Wiesche gibt eine Liedsammlung "Grubenklänge" heraus
  In Wien wird durch den Mechanikermeister Wurm die Drahtseilspinnmaschine erfunden
 
1835  
  15. Oktober: Ersteinsatz eines Drahtseiles zur Schachtförderung (Ver. Sälzer & Neuack)
  Der Mülheimer Schacht "Kronprinz von Preußen" ist der erste Tiefbauschacht des Ruhrgebiets der die Mergeldecke durchstößt.
 
1834  
  27. März: Schacht Franz erschließt ein 27 cm mächtiges Flöz.
  Entwicklung eines bruchsicheren Drahtseiles durch Wilhelm A.J. Albert und Ersteinsatz auf der Erzgrube Caronline im Harz
  Innerdeutsche Zollschranken werden aufgehoben
 
1833  
  Entwicklung der Fahrkunst im Harzer Revier durch den Berggeschworenen Dörell
 
1832  
  Der durch Franz Haniel geteufte Schacht Franz durchstößt als erster Tiefbauschacht im Ruhrgebiet die Mergelschicht?
 
1830  
  Erbaut Franz Haniel in Ruhrort Koksofenanlagen
Inbetriebnahme Koksbacköfen auf der Zeche Sälzer-Neuack
  Mit der Abspaltung des belgischen Staaten von dem Vereinigten Königreich der Niederlande erhöhen sich die deutschen Ausfuhren nach den Niederlanden
 
1829  
  Bau der Muttentalbahn
 
1828     Steinkohle wird durch den Bochumer Bäcker Heimeshoff als Backofenfeuerung eingesetzt. Dieser erhält eine Prämie von 100 Thalern
  In Belgien werden die ersten Kasten- und Zylindergebläse als Wettermaschine eingesetzt
 
1826  
  Gußeiserne Grubenschienen werden auf der Zeche Ver. Sälzer & Neuack eingeführt
 
1825  
  Friedrich Harkort erfindet eine Wasserhaltungsmaschine
 
1824  
  14. Dezember: Die staatliche Knappschaftsordnung für die Bergleute in den Bezirken des Märkischen und Essen-Werdenschen Bergamtes wird erlassen
 
1821  
  1. Juli: Gesetz das Bergwerkseigentum betreffend wird erlassen
 
1819  
  Friedrich Harkot kauft die Burg Wetter und richtet dort die Mechanischen Werkstätten ein
 
1816  
  Wird der erste Koksbrennereibetrieb auf der Zeche Sälzer-Neuack aufgenommen.
  Franz Dinnendahl konstruiert für die Zeche Kunstwerk eine Wasserhaltungsmaschine.
  17. März: Gründung der Märkischen Bergschule zur Ausbildung von Grubenbeamten in Bochum.
  10. Juni: Das erste Dampfschiff passiert Duisburg rheinaufwärts
 
1815     Der Engländer Sir Humphry Davy erfindet eine ölbetriebene Sicherheitslampe  
1814     30. März: Friedensvertrag von Paris  
1811  
  Die von Franz Dinnendahl erbaute erste Dampffördermaschine, die „essendische Feuermaschine" nimmt auf der Zeche Sälzer Neuack den Betrieb auf.
  20. November: Friedrich Krupp gründet in Essen seine Gußstahlfabrikation
 
1810  
  21. April: Französisches Berggesetz, das noch Mitte des 19. Jahrhunderts für das Mutungsrecht der linksrheinischen Zechen maßgebend war, wird erlassen
 
1809  
  Kommt im Essener Bezirk die erste Dampfmaschine für die Wasserhaltung einer Zeche in Betrieb (Schacht Josina der Zeche Ver. Sälzer und Neuack)
 
1808  
  Mülheim an der Ruhr erhält die Stadtrechte.
  Die vier Brüder Stinnes gründen in Mülheim eine Schifffahrts- und Kohlenhandelsgesellschaft.
  Ein "Tiefbauschacht" erreicht auf der Zeche Vollmond 46 m Teufe
 
1807  
  Franz Dinnendahl gründet in Essen eine Maschinenfabrik
  Buddle teilt die Wetterströme (England)
 
1806  
  Auf Pörtingssiepen werden hölzerne Schienen zu Förderung verwendet
  Das Ruhrgebiet wird von französischen Truppen besetzt
  Die Zeche Sälzer-Neuack bestellt eine "Watt'sche" Dampffördermaschine bei Franz Dinnendahl, diese wird 1811 in Betrieb genommen
 
1805  
  Das „Westfälische Oberbergamt" wird von Wetter nach Essen gelegt
 
1804  
  Im Ruhrrevier werden 229 Zechen betrieben.
Inbetriebnahme Kunstschacht und Wasserkunst auf der Zeche Margaretha.
 
1803  
  Erläßt der König von Preußen ein Patent über die Verwaltung des Bergregals für die Stifte Essen und Werden, durch das die Clevisch-Märkische Bergordnung auch hier eingeführt wird
  Die Stadt Essen wird zum Sitz des Oberbergamtes
 
1802  
  Gibt es im Gebiet der Abtei Werden 74 Zechen
 
1801  
  Die bereits 1790 von Freiherr von Stein bestellte Newcomen'sche Dampfmaschine mit 20 Zoll Zylinder Durchmesser und 7 Fuss Hub, die ursprünglich für die Zeche Charlotte von einer Firma in Tarnowitz gebaute wurde, wird zur Wasserhaltung auf der Zeche Vollmond in Betrieb genommen. Franz Dinnendahl, der eigentlich mit dem Bau eines Maschinenhauses beauftragt war, stellt einen Montagefehler fest und kann die Dampfmaschine in Betrieb nehmen.
Franz Dinnendahl erbaut die erste im Ruhrgebiet hergestellte Dampfmaschine zusammen mit Friedrich Krupp, diese wird 1804 auf der Zeche Wohlgemuth in Betrieb genommen
 
1800  
  Der erster Tiefbauschacht (46 m) auf der Bochumer Zeche Vollmond wird mit einer Dampfmaschine ausgerüstet.
  Im gesamten Ruhrgebiet werden 176.676 t Steinkohle mit einer Belegschaft von 1.357 Mann gefördert
 
 
1800 bis 1700  
1799  
  Die erste Dampfmaschine (die sogenannte Feuermaschine) geht auf der Saline Königsborn in Betrieb
 
1792  
  Das westfälische Oberbergamt wird gegründet
 
1791  
  28. Juli: Französisches Berggesetz, das zusammen mit dem Code civile und dem Bergwerksgesetz vom 21. 4. 1810 für den linken Niederrhein wirksam wurde
 
1786  
  Erlaß des Uniformreglement, hierbei wurde eine einheitliche Bergmannstracht für das Revier gegeben
 
1785     In Bochum arbeiten nach damaligen statistischen Aufzeichnungen 5 Bergleute  
1783     Henry Cort entwickelt das Puddelverfahren zur Erzeugung von Schmiedeeisen
  James Watt baut eine Dampffördermaschine für eine Erzgrube in Cornwall
 
1781     Das durch James Watt entwickelte Schubkurbelgetriebe eröffnet neue Perspektiven für den Bergbau. Hierbei wird der Kolbenhub einer Dampfmaschine in eine Drehbewegung umgewandelt, welche sich besonders zum Antrieb von Fördermaschinen nutzen läßt.  
1780  
  Befiehlt Friedrich der Große die Backöfen der Heeresbäckereien versuchsweise mit Steinkohle statt mit Holz zu heizen
 
1772  
  Erste Versuche eine Art von Drahtseil in der Förderung einzusetzen (Berghauptmann von Reden setzte ein kurzes Stück Drahseil zwischen Förderkorb und Förderkette ein um die Festigkeit zu prüfen). Dieses Vorhaben wurde aber nicht weiter verfolgt und aus unbekannten Gründen eingestellt.
  Die Schifffahrt auf der Ruhr wird bis zur Rheinmündung freigegeben
 
1770     Erste Kohlentransporte auf der Ruhr  
1767  
  Preußisches Generalprivilegium führt die Knappschaftsverfassung ein
 
1766  
  29. April: Friedrich der Große erläßt die „Revidirte Bergordnung für das Herzogthum Cleve, Fürstenthum Moers und die Grafschaft Mark"
 
1765     James Watt verbessert die Newcomen'sche Dampfmaschine durch eine außenliegende Dampfkondensation. Dadurch wird der Wirkungsgrad deutlich erhöht und der Einsatz von Kohle zum Betrieb wird dadurch mehr als halbiert.
  Legt die Zeche Herkules einen Stollen bei Hugenburgs Mühle an
 
1764  
  Soll in Cleve „Die Kalck-, Kohlen- und Turf-Maas" neu verpachtet werden
  In Wesel betreibt der Wirt Theodor Conrad auch Kohlenhandel
 
1757  
  Karl Freiherr vom und zum Stein wird in Nassau geboren
 
1751  
  Der Abt von Werden erteilt seine erste Bergkonzession
 
1739     Ein Fass Kohle kostet 7,5 Stüber  
1738  
  31. Januar: Das Märkische Bergamt wird in Bochum errichtet
 
1737  
  18. Juli: Das durch Friedrich Wilhelm I. von Preußen erlassene Berggesetz reformiert das preußische Bergwesen.
 
1735     Abraham Darby II setzt Koks anstelle der bisher verwendeten Holzkohle zur Eisenerzeugung ein  
1734     Kriegs- und Domänenrat Richter erhält den Auftrag die märkischen Steinkohlenbergwerke zu besichtigen.  
1730  
  Erhält der Herzog von Berg, als Lehnsherr der Herrschaft Broich, als Ablösung für den Bergzehnten jährlich 200 Taler
 
1725  
  Erläßt der Rat von Essen eine „Kohlbergs-Ordnung"
 
1720  
  Werden Erbstollen zur Wasserlösung aufgefahren
 
1712     Thomas Newcomen setzt eine von ihm entwickelte Dampfmaschine als Wasserhaltungsmaschine auf einer Grube in Wolverhampton (Staffordshire) ein. Diese Maschine hat aber einen äußerst geringen Wirkungsgrad  
1709  
  21. März: Erlaß der Jülich-Bergische Bergordnung, die auch für das Fürstentum Moers galt
 
1705  
  Private Schürfversuche im Duisburger Walde bleiben ohne Erfolg
 
 
1700 bis 1500  
1694     In Fahlun wird von Christoph Polhammer die Förderung mittels Gestänges eingeführt  
1690     Bergbau in St. Etienne (Frankreich)  
1649     Eine Karre Kohle (9 Fass) kostet zu Bochum 39 Stüber, ebensoviel wie ein Fuder Holz  
1639  
  Kleve-Märkische Bergordnung
 
1623     Die Äbtissin zu Essen gestattet das Treiben eines Aquadukts an der Barmühlen oder selbig Mühlenbeck, der späteren Zeche Sälzer und Neuack  
1613   Einführung der Schießarbeit durch Martin Weigel (Weisgold)  
1593  
  Kauft die Fürst-Äbtissin von Essen „aus Mangel an Holz die teueren Steinkohlen"
 
1588  
  Beziehen die Duisburger Steinkohlen aus Mülheim und Essen
 
1587  
  Kohlenabgabe in Kleve und Mark (6 Heller für den Karren)
 
1575  
  15. April: Eine Art Bergordnung für den Stift Essen wird erlassen. Diese "Ordnung, Verkörunge und Contract" ist die erste Nachricht über einen ordentlich geführten Stollenbergbau in Essen. Er betrifft alle Flöze des bereits 1570 geführten Hostenkämper Stollens der späteren Zeche Hagenbeck
 
1569  
  Verpachtet das Stift Rellinghausen eine Kohlenbank gegen die Lieferung von einer Karre Kohlen wöchentlich
 
1561  
  Läßt der Duisburger Rat den Meister Simon im Duisburger Wald erfolglos nach Kohlen schürfen
 
1555  
  21. November: Georg Agricola stirbt
 
1542  
  27. April: Die Klevisch-Bergische Bergordnung betrifft noch nicht die Steinkohle
 
1539  
  Kostet „i Karr Kolen to Langendreer" 19 Albus
 
1533  
  Der Kölner Kurfürst und Erzbischof Hermann von Wied erläßt am 4. 9. 1533 die erste bekannte Bergordnung
 
1521  
  Der Abt Johann V. (1517-1540) von Werden (von Groeningen) empfängt 1521 den Kohlenzehnten im Werte von 3 Goldgulden, der schon seit 1517 gebräuchlich ist
 
1512  
  Finden Kohlenschürfungen bei Duisburg statt, die aber zunächst ohne Erfolg bleiben. Im Gegensatz zu Mülheim/Ruhr, das früh einen bemerkenswerten Kohlenhandel entwickelt
 
 
1500 bis 1000  
1494  
  24. März: Georg Agricola (Georg Bauer) wird geboren
 
1465  
  Erwähnen die Koblenzer Zollregister die Steinkohle als Rheinfracht
 
1460  
  Vertrag über die Steinkohlenförderung in Mülheim
 
1400  
  Werden schon Steinkohlen in Duisburg gebrannt
 
1395  
  Verleiht Herzog Wilhelm von Berg der Stadt Düsseldorf das Recht, Abgaben zu erheben von den Steinkohlentransporten, die durch die Stadt gehen
 
1394  
  Ein Kohlenberg bei Eschweiler wird erwähnt
 
1389  
  Gehen die Dortmunder Schmiede über die Emscher und holen 100 Malten Steinkohlen
 
1370  
  Erscheinen Steinkohlen im Zolltarif von Cochem
 
1333  
  Werden die Amtsräume in Aachen mit Steinkohle geheizt. Die Aachener Stadtrechnungen führen die Kosten für einen Wasserstollen auf
 
1317  
  Haben die Brüder vom Kloster zum Heiligen Geist in Essen schon ein Kohlenlager
 
1302  
  Kaufurkunde über ein Grundstück in Dortmund-Schüren nebst schürfen nach Kohlen. Ältester urkundlicher Nachweis der Steinkohlenverwendung an der Ruhr.
 
1291     Bergbau in Wales und Schottland  
1240     Bergbau in Newcastle (England)  
1198  
  Entdeckung der Steinkohle bei Lüttich (nahe Pleuvaux).
  Anfang des 14. Jahrhunderts werden in Verkaufsurkunden „Kohlengrafften" und „Kohlenbrechen" nach der Dortmunder Chronik des Detmar Mülher erwähnt
 
1113  
  Wird Steinkohle im „Wormgebiet" in der Gemeinde Kirchrath (Aachen) abgebaut, „Kalkulen" in den „Annalen Rodenses" genannt
 
   
vor 1000  
853  
  Werden Steinkohlen erstmals urkundlich in England und Schottland erwähnt
 
320 v. Chr.  
  Berichtet der griechische Philosoph Theophrastus in seinem Buch „Von den Steinen" über die Gewinnung und Verwendung von „Mineralkohlen". Auch der griechisch-römische Arzt Galenos und der römische Schriftsteller Plinius wußten von „brennenden Erden".
Braunkohlen haben nach der Meinung des Bergingenieurs Büttgenbach in der vorrömischen Zeit schon die Kelten bei ihren Leichenverbrennungen benutzt (Fund in Herzogenrath). Schon die Römer brannten Steinkohlen, aber die Arbeit in den Bergwerken galt als harte Strafe, zu der Sklaven verurteilt wurden.